Zum Heiligen Martin (1)

Martin hat schon im frühen jugendlichen Alter eine christlichen Gemeinde aufgesucht und begehrte schon bald Aufnahme in den Kreis der Katechumenen. Seine Eltern hatten dafür kein Verständnis und so lebte er viele Jahre in der Spannung zwischen der Unterordnung unter die Eltern und der eigenen Sehnsucht nach einem erfüllten Leben.
Daran musste ich heute in der Kirche von Markt Sankt Martin denken, als ich die erste Darstellung des Heiligen seit Szombathely sah. Es war eine sehr schöne Schnitzerei, der Heilige als Bischof zu seinen Füßen eine Gans. Doch über solche Darstellung vergisst man all zu leicht, den Weg mit vielen Widerständen und Gefahren, den der Heilige bis dahin bewältigt hatte. Man beachtet nicht sein Suchen und Fragen, die Zwänge in denen er sich sah und auch die Konfrontation mit der entscheidenden Frage: War dieser Jesus wirklich Gottes Sohn oder nur ein gewiss ein guter Menschen? Letzteres war vieler Menschen Überzeugung zu seiner Zeit, auch von Herrschern und Bischöfen.
Beim Pilgern des langen Weges, gerade zu Beginn, da man noch nicht weiß, wie und ob man den Weg, schließlich auch den Lebensweg so bewältigt, da ist es gut, sich an solchen Menschen zu erinnern, dem es darum ging, in unterschiedlichsten Situationen auf den Wegstrecken seines Lebens und damit verbunden Entscheidungen letztlich Christus zu erkennen.
Der Heilige Martin ist Herausforderung und Ermutigung zu einer solch persönlichen Entscheidung und macht einem zugleich bewusst, jede und jeder muss seinen Weg selbst gehen, denn den gibt es nicht, der wird erst beim Gehen.
Werner Redies

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3 Gedanken zu “Zum Heiligen Martin (1)

  1. Lieber Werner,
    herzlich grüße ich Dich am Sonntag. Nachträglich gratuliere ich Dir zu Deinem Priesterjubiläum.
    Wie viel junge Menschen hast Du Lebenschancen eröffnet? Danke Dir.
    Großartige Idee, einen neuen Pilgerweg auf zu tun, auch eine Mögllichkeit Spiritualität und Nächstenliebe miteinander zu verbinden, kurz diakonische Kirche aus dem Geist Gottes zu sein.
    Guten Sonntag und gutes Durchkommen.
    Grüße aus Rottenburg auch an H. Engler
    Paul Hildebrand,

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  2. Der eigene Weg wird erst beim Gehen! Das finde ich eine gute Erkenntnis – insbesondere von einem, der schon einen weiten Weg gegangen ist. Lassen wir den anderen – als Eltern unseren Kindern – und als Kirche den Gläubigen – auch die Freiheit diesen eigenen Weg zu finden?

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    1. Das eben ist die Kunst, die Freiheit lassen, auch wenn man aus dem Geschenk des Glaubens weiß, was der bessere Weg ist. Martinus hat seien Eltern den besseren Weg vorgeschlagen , die Mutter hat ihn gewählt, der Vater nicht. Trotzdem galt für ihn, Vater und Mutter zu lieben.

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