Die herrliche Pfarrkirche Stetteldorf am Wagram – heute war ein Ruhetag

Die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirche ist eine barocke Saalkirche, mit vier herrlichen kleinen Seitenkapellen, erbaut nach einem Brand ab 1716. Wir erhielten eine Führung von Pfarrer Werner, einem Belgier, der uns auch noch gleich einige wichtige Martinskirchen in Belgien nannte.
Der Brand zerstörte fast das ganze Dorf. Von der gotischen Kirche blieb nur der untere Teil des Südturmes übrig.
Geplant wurde die Kirche von Jacob Castelli; als Baumeister wirkte Johann Pauli, die Gemälde stammen fast alle vom „Böhmischen Schmidt“, Johann Georg Schmidt, der Wiederaufbau der Kirche und des Dorfes ist dem Patronat von Julius Graf zu Hardegg zu verdanken. Das Adelshaus ist heute noch der Kirche und dem Ort sehr zugetan.
Der Chorraum wird durch zwei Rundbogenfenster und den darüberliegenden Obergardenfenster beleuchtet und von einem Tonnengewölbe überspannt. Der Gesamtraum der Kirche ist durch geschichtete Pilaster mit Kapitelen schön gegliedert.
Blickfang ist der Rokokohochaltar mit dem Gemälde von der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer. Ein Stuckmarmorrahmen, der gekrönt und gehalten wird von stuckierten Engeln. Der Tabernakel hat eine Zylinderform mit Putten auf dem Gesimse und ist bekrönt durch das Lamm mit dem Buch mit den „Sieben Siegeln“ und mit einem Kreuz.
Das Chorgestühl der Patronatsfamilie ist von vornehmer Eleganz. Gegliedert ist das Gestühl durch ballustradenartige geschnitzte Hermenpilaster. Bekrönt wird es von einem geschweiften, giebelartigen Band mit Wappen als Abschluss.
Ein Seitenaltar ist mit einem Bild der Heiligen Familie, das von Statuen der Hl. Anna und dem Hl. Joachim und zwei Putti gleichfalls barock gestaltet. Die weiteren vier Seitenaltäre sind der Heiligen Luzia, der Heiligen Barbara, der Gottesmutter Maria mit dem Kind auf dem Arm und dem Heiligen Sebastian und der Heiligen Katharina von Alexandrien, dem Heiligen Nepomuk und schließlich gemeinsam den Heiligen Leonhard und Wendelin gewidmet. Auf der linken Seite des Schiffes hängt ein eindrucksvolles Kreuz. Eine Holzskulptur, polychromiert und zum Teil vergoldet, das Kreuz stammt aus der Mitte des 17 Jahrhunderts.
Ein weitere Prachtstück ist die Kanzel aus dem Jahr 1746, gefertigt aus dem Erblass eines Pfarrers der Kirche. Auf dem Schalldeckel der Apostel Paulus mit dem Schwert, auf der Kanzelbrüstung die vier Evangelisten, jedoch nicht in der gewohnten Aufzählung. Die Schönheit diese Kanzel lässt sich mit Worten kaum schildern.
Der Taufbrunnen hinten beim Haupteingang ist das älteste Stück der Kirche und stammt aus der protestantischen Schlosskapelle zu Wolfpasing, war dort Taufbrunnen und dient heute als Weihwasserbehälter. Er ist aus Kalkstein und hat die Form eines Glases.
Leider ist die Kirche nur von der Seitentüre zugänglich und dort durch ein schönes geschmiedetes Gitter geschützt, man würde sich ein solches hinten am Haupteingang wünschen.
Die Kirche sollte man gesehen haben, die Geschlossenheit des Raumes ist beeindruckend, sie ist wie aus einem Guss.

Die Daten und Beschreibungen sind dem Kirchenführer entnommen und stammen der Schilderung des Pfarrers. Für die extra Führung bedanken wir uns herzlich beim Pfarrer und beim Vermittler der Führung, unserem Gastgeber, Herrn Josef Gned und seiner Frau Wilma.
Werner Redies, Eugen Engler

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