Zum Heiligen Martinus (6)

Um die Bedeutung des Heiligen Martinus und seine weite Verehrung zu verstehen, muss man sein Verhältnis zu den Kaisern in den Blick nehmen, was Sulpicius Severus getan hat. Er erwähnt drei Begegnungen, die erste mit Julian, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern vom Christentum nichts wissen wollte.
In seiner Herrschaftszeit will und nimmt Martin schließlich Abschied vom Heer, doch der Kaiser willigt nicht ein und bezeichnet ihn als feige, denn es stand der Kampf mit einem gegnerischen Heer bevor. Martin wollte sich jedoch durch die Bezahlung eines neuen Soldes, wie das vor einem neuen Kampf üblich war, nicht weiter in Pflicht nehmen lassen und lehnte diesen ab. Der Feigheit ließ Martin sich jedoch nicht bezichtigen, vielmehr bot er dem Kaiser an, dem feindlichen Heer ohne Waffen entgegenzutreten. Darauf ging der Kaiser ein, ließ ihn jedoch bis zum nächsten Tag, da der Kampf sein sollte in Ketten legen. Das feindliche Heer zog sich eben in dieser Nacht zurück und so war Martin frei.

Die zweite kaiserliche Begegnung ist in Trier mit Kaiser Valentinian, an dessen Tafel. Bischof Martin wurde der große Becher, aus dem gemeinsam getrunken wurde gereicht. Er gab diesen nicht, wie es Brauch war, zunächst an den Kaiser weiter,
sondern reichte diesen seinem Diener, eben ganz im Sinne des Evangeliums, die Geringen schätzend.

Der kaiserliche Usurpator,Magnus Maximus, ließ fünf der häretischen Priszillaner hinrichten. Martin versuchte dies beim Kaiser zu verhindern. Es gelang ihm jedoch nicht, doch er brach die Beziehung zu diesem ab und auch zu den bischöflichen Mitbrüdern, die diese Hinrichtung unterstützt hatten.

In allen drei Erwähnungen von Sulpcius zeigt Martin Distanz zu den Kaisern und zugleich, dass er dem Befolgen des Evangeliums immer wieder Priorität gibt.

Martin hat, wie früher dargelegt, nach einiger Zeit und das schweren Herzens, die Beziehung zu den besagten Bischöfen wieder aufgenommen. Martin, der Asket und Heiler, war kein Mann der der Welt floh, sondern er hat Gemeinschaft mit der Gesellschaft seiner Zeit gehalten. Martin wusste sich gesandt zu den Menschen. Er hat nicht asketisch um seiner selbst Willen gelebt, vielmehr um Christus zu dienen und dessen Auftrag gerecht zu werden. Gregor von Tours schreibt diesbezüglich zwei Jahrhunderte später: „… als der Heilige Martin in Gallien zu predigen begann, hat er den Völkern durch viele Wunder Christus, den Sohn Gottes, als wahren Gott erwiesen und den Unglauben der Heiden zum Guten gewendet und Gregor schreibt weiter: „Tempel (hat er) zerstört, Irrlehren unterdrückt, Kirchen erbaut und nach vielen Wundern sogar drei Tote zum Leben erweckt.“
Martin ist entschieden gegen den Aberglauben vorgegangen, so als er die Menschen einer Siedlung zwang einen Baum zu Fällen, oder an einem anderen Ort einen Tempel zu zerstören. Beide Male bringt er sich mit seiner ganzen Existenz ein, muss in der Fallrichtung des Baumes stehen, nur so sind die Menschen bereit, diesen von ihnen als göttlich verehrten Baum zu fällen. Der Baum fällt jedoch nicht auf Martin. Ähnlich bei dem Tempel, den er anzünden lässt und das Feuer auf ein benachbartes Gebäude übergreift. Martin begibt sich in die Flammen dieses Gebäudes und verhindert durch seinen Hauch, dass dieses zu brennen beginnt. In diesen beiden Legenden die Sulpicius berichtet, wird deutlich, Martin weiß, es ist nicht seine Kraft, doch die des Geistes Gottes.
Obgleich wir uns heute mit dem Phänomen der charismatischen Wunderkraft schwer tun, bei Martin kann man das nicht übergehen, denn mehre profane Chroniken berichten: Bischof Martin habe sich durch seine apostolischen Wundertaten hervorgetan. Seine Wundertaten und sein Apostolat werden in engem Zusammenhang gesehen. Martin muss ein Mensch gewesen sein, der sich von Gottes Geist führen ließ, gerade dann, wenn er sich mit den Menschen seiner Zeit auseinandersetzte.
Wahrhaftig solcher Menschenbedarf die Welt und auch Europa, um den Weg zu finden, der der wahre, richtige, den Frieden und die Gerechtigkeit schenkende ist.

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