Martin, Soldat wider Willen

In seiner frühen Jugendzeit lernt Martin die christliche Gemeinde seiner Heimatstadt Pavia kennen. Diesen Kontakt hält er gegen den Willen seiner Eltern und bittet um Aufnahme als Taufbewerber.

Ein kaiserlicher Erlass bestimmt, dass Söhne von Offizieren zum Militärdienst verpflichtet sind. Sein Vater sieht die Chance, dem Sohn die religiösen Hirngespinste auszutreiben und zeigt ihn an. Martin wird verhaftet als er fünfzehn Jahre alt ist und muss sich der staatlichen und väterlichen Gewalt beugen und in Ketten gelegt, den Fahneneid ablegen.
Wohl 25 Jahre musste Martin den Militärdienst leisten.
Eine Verweigerung des Dienstes im Heer kam für Soldaten, die während ihrer Dienstzeit getauft wurden, nach dem Beschluss der Synode von Arles 314 in Friedenszeiten nicht in Frage. Nur vor einer Kampfhandlung konnten sie die Waffen niederlegen, um dem 5. Gebot Folge zu leisten. So tat es Martin vor der Schlacht bei Worms.
Martin wird nach wenigen Jahren als einfacher Soldat zum Offizier befördert und in die Garde versetzt, die den Kaiser unmittelbar zu beschützen hatte. Diese Beförderung erfolgte wohl aufgrund „seiner guten charakterlichen Eigenschaften“, denn „er hielt sich von den Verfehlungen fern“, in die dieser Berufszweig für gewöhnlich verstrickt ist, so sein Biograf.
Martin lebte bescheiden. Mit seinem Knecht, der ihm zugewiesen war, vertauschte er immer wieder die Rolle, putzte diesem die Schuhe und diente ihm. Der Respekt und die Zuneigung, die ihm seine Kameraden entgegenbrachten, zeigen, wie er den Soldatendienst von innen her veränderte.
Als Martin nach der üblichen 25-jährigen Dienstzeit das kaiserliche Heer verlassen will kommt es zum Konflikt. Da eine Auseinandersetzung mit feindlichen germanischen Stämmen bei Worms bevorsteht, verteilt Vizekaiser Julian zur Motivation zusätzlichen Sold. Diesen nimmt Martin nicht an, bittet vielmehr um Entlassung aus dem Militärdienst. Der Julian wirft ihm Feigheit vor, doch Martin kontert und bietet an, nur bewaffnet mit dem Kreuz, an der Spitze des Heeres dem Feind entgegen zu treten.

Damit Martin nicht entkommt, lässt der Vizekaiser ihn in Kerkerhaft nehmen. Über Nacht ergibt sich der Gegner, so dass es zu keiner kriegerischen Auseinandersetzung kommt. Martin wird schließlich aus der Haft und dem Militärdienst entlassen. Er geht zu dem bekannten Bischof Hilarius von Poirtiers, der sein Lehrer wird.
Zitat
„Martins Vater betrachtet dessen verheißungsvolles Tun mit Argwohn und zeigt ihn an. So wurde er, als er fünfzehn Jahre alt war, ergriffen und in Ketten zum Fahneneid gezwungen.“
Sulpicius Severus

Wunsch
Mögen die Pilger und Wanderer auf dem Martinusweg zu immer größerer innerer Freiheit kommen und für die Freiheit in Europa und der ganzen Welt eintreten

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15 Gedanken zu “Martin, Soldat wider Willen

  1. Lieber Werner,
    zu Deinem heutigen 80. Geburtstag wünschen wir Dir von ganzem Herzen alles Gute, Kraft und Durchhaltevermögen während eures Weges und Gesundheit. Gottes Seigen möge Dich begleiten. Ein Zitat von Franz von Assisi:
    Tue erst das Notwendige, dann schaffst du das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.
    Dir lieber Werner und Ihnen lieber Herr Engler einen guten Tag und Weg mit einigen Überraschungsgästen.
    Herzlich
    Monika und Wolfgang Bucher

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  2. Lieber Herr Redies,
    herzlich gratuliere ich zu Ihrem heutigen persönlichen Festtag. Gottes Segen auf dem Weg – dem aktuellen Wanderweg und dem eigenen Lebensweg!
    Th. Leyener

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  3. Lieber Werner,
    80 Jahre und immer noch im Auftrag des Herrn unterwegs 😉
    Von ganzem Herzen wünsche ich Dir auf diesem Weg Gesundheit und Wohlergehen. Mögest Du in Deinem neuen Lebensjahr noch viele weitere Kilometer gehen und andere Menschen inspirieren. Interessante und bereichernde Begegnungen wünsche ich Dir dabei – und viel Freude.
    Dass Gottes Segen Dich dabei begleitet – dessen bin ich mir gewiss !
    Herzliche Grüße,
    Anu

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  4. Lieber Herr Redies,
    zu Ihrem runden Geburtstag herzliche Glück- und Segenswünsche aus Rottenburg. Ich hoffe, dass Sie und Ihre Begleiter bei nun etwas gemäßigteren Temperaturen wieder durchatmen können und heute dann auch Zeit zum Feiern finden. Mit Bewunderung für die Pionierleistung von Ihnen und Herrn Engler verweisen wir von http://www.drs.de gerne auf verschiedene Weise auf diesen Blog – heute mit einem Geburtstagsgruß.
    Im Namen der gesamten Online-Redaktion der Diözese
    Markus Waggershauser

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  5. Lieber Werner,

    zu Deinem heutigen runden Geburtstag sende ich auf diesem Wege die herzlichsten Glückwünsche in die Pfalz.

    Gottes Segen für Deinen/Euren weiteren Pilgerweg, sowie einen Gruß an Deinen Mitpilger Eugen sendet

    Robert Kramer

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  6. Lieber Herr Redies,

    allen Segen zum achtzigsten Geburtstag. Welch ein Reichtum an Jahren und Erfahrungen!
    Ich wünsche Ihnen gelingende Pilgerschritte zusammen mit Ihrem Begleiter.

    Herzlichen Gruß
    Claudia Hofrichter

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  7. Lieber Herr Redies,
    nachdem das System unseren Beitrag von heute Morgen nicht akzeptiert zu haben scheint, ein neuer Versuch: Herzliche Glück- und Segenswünsche zu Ihrem Geburtstag sowie Gesundheit und Energie für all Ihre Vorhaben in Gegenwart und Zukunft. Gerne begleitet die Online-Redaktion Sie, Herrn Engler und den Blog mit Beiträgen auf http://www.drs.de – heute aktuell auch zu Ihrem Geburtstag – und auch im Gebet.
    Markus Waggershauser mit Kolleginnen und Kollegen

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  8. Lieber Werner,
    von ganzem Herzen gratuliere ich Dir zu Deinem heutigen Geburtstag. Auf diesem Wege möchte ich Dir danken für dein hohes Engagement in und für unsere Diözese. Ich danke Gott, dass er uns Dich geschenkt hat.
    Für Euren Pilgerweg wünsche ich Dir und Herrn Engler einen guten Schritt und immer dann eine Erfrischung, wenn Ihr sie braucht.
    Gottes Segen auf Eurem Weg!
    Herzliche Grüße
    Herbert Schmucker

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  9. Lieber Werner,
    herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen zu Deinem heutigen runden Geburtstag. Die Gesundheit, die Dir das Pilgern möglich macht, soll Dir erhalten bleiben. Die Mut und die Kraft des heiligen Martin begleite Dich auch durch Dein neues Lebensjahr.
    Für Eure weitere Pilgerstrecke gebe ich Euch ein keltisches Segensgebet mit, das ich dieser Tage entdeckte;
    „Möge der Weg dir freundlich entgegenkommen,
    der Wind dir den Rücken stärken,
    möge der Sonnenschein deinem Gesicht
    viel Glanz und Wärme geben
    und der Regen sanft deine Felder tränken“.
    Herzliche Grüße
    Fritz Holzwarth
    Wie nahe kommt Ihr eigentlich an welchem Tag Bonn?

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  10. Lieber Herr Redies,

    gestern erfuhr ich durch Zufall oder gar Fügung bei einem Gespräch mit Hermann Sorg, dass Sie heute – am Tag des heiligen Laurentius – Ihren Geburtstag auf dem Martinusweg feiern. Laurentius ging bereits 100 Jahre vor Martinus seinen Weg der Sorge für die Kranken und Armen. Er blieb diesem Weg treu bis zu seinem Tod. Die Sternschnuppen der Perseiden, die um den Abend des 10. August zu sehen sind, heißen die „Tränen des Laurentius“. Ich wünsche Ihnen heute, dass viele dieser Sternschnuppen Ihren Weg begleiten.
    In Erinnerung an den gemeinsamen Weg mit Ihnen und SK

    Roderich Michalsky

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  11. Sehr geehrter Herr Euler,
    ich nehme Bezug zu Ihrem Blog „Martin – Soldat wider Willen“, konkret zu dem Satz: „Eine Verweigerung des Dienstes im Heer hätte ihn das Leben kosten können.“ Das stimmt für die Zeit von Martins Militärdienst nicht mehr. Mit Konstantins Anerkennung der christlichen Religion (Toleranzedikt von Mailand 313) änderte sich das Verhalten des Staates zur Kirche und der Kirche zum Staat. Bis dahin waren Soldaten, die sich taufen ließen, gehalten, den Militärdienst möglichst rasch zu verlassen. Das 5. Gebot verbot ihnen das Töten im Krieg – und die Verweigerung, den Göttern vor der Schlacht zu opfern, machte sie schuldig an einer möglichen Niederlage, weshalb man die „Atheisten“ häufig mit dem Tod bestrafte („Soldatenmärtyrer“). Nach der Konstantinischen Wende reagiert die Synode von Arles 314 auf die neue Situation. Dort wird in can. 3 „bezüglich Jener, welche die Waffen im Frieden wegwerfen, entschieden, sie von der Gemeinschaft auszuschließen“. Nach seiner Taufe konnte Martin also gar nicht aus dem Kriegsdienst ausscheiden – es sei denn es kommt zum Kampf. Nun ist nicht anzunehmen, dass Martin während seiner 25jährigen Dienstzeit als Mitglied der kaiserlichen Garde bis zur Schlacht bei Worms 356 nie in Kampfhandlungen verstrickt war. Sulpicius Severus überliefert das Jahr seiner Taufe nicht; wir müssen es möglicherweise in die Nähe von 356 verschieben, wenn wir die Androhung des Anathems der Synode von Arles berücksichtigen. Ob der Abschied des Veteranen vor Worms so dramatisch war, wie Sulpicius Severus ihn gestaltet, um Martin in die Nähe der Soldatenmärtyrer zu rücken, muss offen bleiben. Es passt in die Absicht seiner „vita Martini“, die Bischof Martin aus der Schusslinie einer asketisch orientierten neuen Bischofsgeneration nehmen will: Papst Siricius und eine Bischofsversammlung 386 in Rom verbieten es, einen Staatsbeamten oder einen Soldaten zum Kleriker zu machen, „der nach seiner Taufe fortgefahren hat, dem Staat zu dienen“. Denn „wer kann mit Sicherheit sagen, dass er nicht den Spektakeln beigewohnt hat, dass er sich freihalten konnte von Gewalttaten und von Ungerechtigkeiten, aus Habgier begangen?“ Die Auseinandersetzungen um das rechte Bischofsprofil prägen die vita Martini des Sulpicius Severus. Dafür nimmt er schon mal historische Ungenauigkeiten in Kauf.
    Der hl. Martin lebte in einer Zeit starker kirchlicher Veränderungen – vergleichbar der unsrigen. Vor nicht allzu langer Zeit ließen die kirchlichen Autoritäten christliche Kriegsdienstverweigerer in der Wehrmacht im Stich, später waren sie eine starke Hilfe für die Wehrdienstverweigerer in der alten Bundesrepublik, heute ist die Wehrpflicht ausgesetzt… Dafür beunruhigen ganz andere Fragen die Kirche wie die bürgerliche Gesellschaft im Umbruch. Hl. Martin, bitte für uns!
    Hans-Georg Reuter

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  12. Sehr geehrter Herr Engler,
    ich nehme Bezug zu Ihrem Blog „Martin – Soldat wider Willen“, konkret zu dem Satz: „Eine Verweigerung des Dienstes im Heer hätte ihn das Leben kosten können.“ Das stimmt für die Zeit von Martins Militärdienst nicht mehr. Mit Konstantins Anerkennung der christlichen Religion (Toleranzedikt von Mailand 313) änderte sich das Verhalten des Staates zur Kirche und der Kirche zum Staat. Bis dahin waren Soldaten, die sich taufen ließen, gehalten, den Militärdienst möglichst rasch zu verlassen. Das 5. Gebot verbot ihnen das Töten im Krieg – und die Verweigerung, den Göttern vor der Schlacht zu opfern, machte sie schuldig an einer möglichen Niederlage, weshalb man die „Atheisten“ häufig mit dem Tod bestrafte („Soldatenmärtyrer“). Nach der Konstantinischen Wende reagiert die Synode von Arles 314 auf die neue Situation. Dort wird in can. 3 „bezüglich Jener, welche die Waffen im Frieden wegwerfen, entschieden, sie von der Gemeinschaft auszuschließen“. Nach seiner Taufe konnte Martin also gar nicht aus dem Kriegsdienst ausscheiden – es sei denn es kommt zum Kampf. Nun ist nicht anzunehmen, dass Martin während seiner 25jährigen Dienstzeit als Mitglied der kaiserlichen Garde bis zur Schlacht bei Worms 356 nie in Kampfhandlungen verstrickt war. Sulpicius Severus überliefert das Jahr seiner Taufe nicht; wir müssen es möglicherweise in die Nähe von 356 verschieben, wenn wir die Androhung des Anathems der Synode von Arles berücksichtigen. Ob der Abschied des Veteranen vor Worms so dramatisch war, wie Sulpicius Severus ihn gestaltet, um Martin in die Nähe der Soldatenmärtyrer zu rücken, muss offen bleiben. Es passt in die Absicht seiner „vita Martini“, die Bischof Martin aus der Schusslinie einer asketisch orientierten neuen Bischofsgeneration nehmen will: Papst Siricius und eine Bischofsversammlung 386 in Rom verbieten es, einen Staatsbeamten oder einen Soldaten zum Kleriker zu machen, „der nach seiner Taufe fortgefahren hat, dem Staat zu dienen“. Denn „wer kann mit Sicherheit sagen, dass er nicht den Spektakeln beigewohnt hat, dass er sich freihalten konnte von Gewalttaten und von Ungerechtigkeiten, aus Habgier begangen?“ Die Auseinandersetzungen um das rechte Bischofsprofil prägen die vita Martini des Sulpicius Severus. Dafür nimmt er schon mal historische Ungenauigkeiten in Kauf.
    Der hl. Martin lebte in einer Zeit starker kirchlicher Veränderungen – vergleichbar der unsrigen. Vor nicht allzu langer Zeit ließen die kirchlichen Autoritäten christliche Kriegsdienstverweigerer in der Wehrmacht im Stich, später waren sie eine starke Hilfe für die Wehrdienstverweigerer in der alten Bundesrepublik, heute ist die Wehrpflicht ausgesetzt… Dafür beunruhigen ganz andere Fragen die Kirche wie die bürgerliche Gesellschaft im Umbruch. Hl. Martin, bitte für uns!
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans-Georg Reuter

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    1. Lieber Herr Reuter,
      Herzlichen Dank für die sehr ausführliche Darstellung. Ich hätte eine kleine Bitte an Sie. Könnten Sie mir den Satz so formulieren dass er stimmt. Ich würde dann eine Korrektur im Blog durchführen. Mit einem herzlichen Pilgergruß
      Eugen Engler

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      1. Sehr geehrter Herr Engler,
        schade, dass Sie Ihren Pilgerweg nicht bis in die „Martinstadt“ Trier fortsetzen können. Da hätte ich mich gerne mit Ihnen darüber unterhalten, wie es wäre, wenn man die vita Martini mal historisch-kritisch läse und nicht wortwörtlich.
        Ihrem Wunsch nach einer Kurzfassung versuche ich zu entsprechen, aber ein so komplexes Thema kann man eigentlich nicht in zwei Sätze packen. Vielleicht so:
        Eine Verweigerung des Dienstes im Heer kam für Soldaten, die während ihrer Dienstzeit getauft wurden, nach dem Beschluss der Synode von Arles 314 in Friedenszeiten nicht in Frage. Nur vor einer Kampfhandlung konnten sie die Waffen niederlegen, um dem 5. Gebot Folge zu leisten. So tat es Martin vor der Schlacht bei Worms.
        Ihnen und dem Prälaten Redies eine gute Ankunft im Bistum Trier.
        Mit freundlichen Grüßen
        Hans-Georg Reuter

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  13. Lieber Herr Reuter,
    Prälat Redies wird nach Trier kommen. Er ist auch der Verfasser dieses Textes. Ich muss die Tour abbrechen, da wir vor einem Jahr schon Urlaub gebucht hatten. Den Text werde ich ändern, wenn ich ein gutes WLAN zur Verfügung habe.
    Liebe Pilgergrüsse
    Eugen Engler

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