14.8.2015 – Die Etappe von Ingelheim nach Bingen am Rhein

Was stellt man sich vor, wenn ein Prälat eine heiße Nacht verbringt? Als wir vom Abendessen zurück ins Hotel gingen, zeigte die Apothekenuhr noch 32 Grad an. Unser Zimmer, schön an der Sonnenseite gelegen, war eine Mischung aus Sauna und Dampfgrotte. Dass mein Mitpilger nachts um 2 und 3 Uhr mit dem großen Handtuch die Luft verwirbelte und den Hitzestau versuchte aufzulösen, war ein eindruckvolles Bild. Na ja, ich komme zum Bericht zurück. Nach der kurzen Nacht, einem sehr reichhaltigen Frühstück ging es um 9 Uhr Richtung Bingen am Rhein. Wir hatten uns nicht für die kurze Variante, sondern die Variante „Wanderwege“ entschieden. So gingen wir schon nach kaum 300 Meter einige Zeit dem Bach Selz entlang. Dann folgte aber der Aufstieg und die Schweißperlen trieben aus der gesamte Oberfläche. Oben am Bismarckturm wurde eine kleine Erholungs- und Trinkpause eingelegt. Ein phantastischer Ausblick war uns immer wieder gegönnt. Über herrliche Waldwege ging es weiter und alsbald wieder bergab durch den Ort Gau-Algesheim. Ich gebe zu, den Ort habe ich noch nie gehört und werde ihn mir auch nicht merken können. Habe meinem Mitpilger nicht verheimlicht, dass wir drei mal das Spielchen machen, erst den Berg hoch und dann wieder hinunter. Dafür hatten wir diese Etappe, mit Blick auf die Höhenmeter, etwas zurückhaltender geplant. So erreichten wir bald den Jakobsberg. Kurz vor der Wallfahrtskirche zu den Vierzehn Heiligen Nothelfern legten wir bei dem Ausssichtsturm „Johannisberger Türmchen“ eine weitere Rast ein. Die besagte Wallfahrtskirche besuchten und bestaunten wir. Nach einem Gebet konnte ich meinen Mitpilger nicht abhalten, doch noch ein Martinslied zu singen. Habe den Heiligen Martin gleich vorgewarnt und auch versichert, dass ich nicht schuldig bin, wenn er jetzt meinen nicht ganz rund klingenden Gesang ertragen muss. Die Strafe war sehr zurückhaltend. Es gab nur ganz wenige Regentropfen und das Wetter wandelte sich sehr schnell in den gewohnten Sonnenschein.
Als letzte Ortschaft durchpilgerten wir Ockenheim, auch die dortige kath. Kirche war offen und wurde kurz besucht. Dann pilgerten wir zunächst über Eisenbahnlinien, über die Autobahn und dann ging es zum dritten und letzten Anstieg vor unserem Etappenziel. Als wir dann auf der Höhe der Rochuskapelle waren, gab es wieder traumhafte Ausblicke nach allen Seiten.
Das Niederwalddenkmal rückte sehr nahe und wir erreichten bereits kurz nach 15 Uhr unser Etappenziel. Das Quartier hatte freundlicher Weise wieder Thomas Jäger für uns im Hotel Starkenburger Hof organisiert und gebucht. Ihm nochmals herzlichen Dank dafür.
Dies war die letzte Etappe, für die ich mich als Navigator verantwortlich fühlte. Mein IPhone hatte ich vor der heutigen Tour entschlackt, so dass kein Funktionsausfall wegen eines zu vollen Speichers eingetreten ist und auch kein Schritt Umweg zu verzeichnen war. Ab dem morgigen Tag wird Herr Bucher die Navigation übernehmen. Morgen marschiere ich noch mit, aber ab Sonntag sind dann Prälat Werner Redies und Wolfgang Bucher on Tour, d.h. es wird nur ein Pferd aus dem Gespann gewechselt.

In eigener Sache: die heutige Etappe bin ich für unseren erst vor wenigen Tagen verstorbenen Freund Willi L. gepilgert.

Eugen Engler und Werner Redies

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4 Gedanken zu “14.8.2015 – Die Etappe von Ingelheim nach Bingen am Rhein

  1. Lieber Herr Engler, lieber Werner,
    staunen, lachen und doch Respekt was Ihr bei dieser Hitze geleistet habt. Morgen kann ich Ihnen Herr Engler ganz persönlich für Ihre Navigation danken und freue mich Euch beiden zu sehen.
    Bei uns hat es ordentlich geregnet und abgekühlt, ich wünsche eine gute Nachtruhe und bis morgen früh.
    Herzlich
    Monika und Wolfgang Bucher

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  2. Liebe Pilgerin Monika, liebe Pilger,

    zu dem gemeinsamen Pilgertag heute an Maria Himmelfahrt wünsche ich allen den Segen Gottes und der Gottesmutter. Viel Freude heute am quasi Halbzeit-Tag. Eugen Engler wünsche ich einen erfüllenden Abschlusstag, Wolfgang Bucher einen guten Einstieg, und Prälat Werner Redies Gelassenheit und Kraft für den zweiten Teil. Monika, wie schön, dass Du diesen Tag heute begleitest. Der Heilige Martin freut sich über Euch alle.

    Herzlich verbunden Barbara Gitzinger

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    1. Liebe Frau Gitzinger
      Leider konnten wir gestern, da wir Vier noch zusammen waren nicht antworten, da es keinerlei Verbindung gab und nun sind Monika und Eugen zu Hause und wir den ersten Tag in neuer Besetzung wohlbehalten angekommen. Begleiten Sie uns weiterhin!
      Herzlichen Gruß
      Wolfgang Bucher, Werner Redies

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