Jahre der Orientierung

Martinus sucht nach seiner Soldatenzeit Bischof Hilarius von Poirtiers auf, „eine weithin anerkannte Autorität“. Dieser bedeutende Bischof wird sein Lehrer, geistlicher Begleiter und Förderer.
Hatten sich bei Martin schon in der Militärzeit asketische Züge gezeigt, treten diese nun immer stärker hervor. Als Hilarius ihn zum Diakon weihen will, lehnt er ab, weil er nicht als zu ehrgeizig erscheinen will. Der Bischof erkennt das asketische Motiv und trägt ihm den niedersten kirchlichen Dienst an. Da Martin den Eindruck vermeiden will, dieser Dienst sei unter seiner Würde, stimmt er zu.
Hilarius trat entschieden gegen die Irrlehre des Arianismus auf, Jesus sei nur ein Mensch gewesen und wird vom Kaiser, der diese Irrlehre vertrat, verbannt. Martin hatte sich kurz zuvor auf den Weg zu seinen Eltern begeben, um diese vom Glauben an Jesus Christus zu überzeugen. Bei seiner Mutter und anderen Menschen gelingt ihm dies, nicht bei seinem Vater.
Der Arianismus griff zu der Zeit auch in Illyricum (heute: Gebiet von Albanien und Kroatien) gewaltig um sich. Martin kämpft dort gegen die Irrlehre entschieden an. Er wird bestraft, verfolgt, geschlagen und schließlich aus der Region vertrieben. Schließlich zieht er sich zusammen mit einem Priester auf eine unbewohnte Insel südöstlich von Genua zurück. Hier widmet er sich ganz dem Gebet, und lebt von Kräutern und Wurzeln. Er isst eine giftige Pflanze, kämpft betend gegen den Tod an und überlebt knapp. Dabei bekommt er wohl Ahnung von seiner Kraft, Wunder zu wirken.

Als er hörte, dass Hilarius aus der Verbannung zurückgekehrt war, folgt er diesem nach Poirtiers und wird von Hilarius „herzlich willkommen geheißen“.

Ein Taufbewerber schließt sich der strengen Lebensweise von Martin an, weitere folgen und Martin gründet ein Kloster vor den Toren der Stadt. Da Martin mehrere Tage von der Gemeinschaft abwesend ist, erkrankt besagter Schüler und stirbt, ohne dass er die Taufe erhalten hat. Als Martin zurückkehrt, findet er die Gemeinschaft weinend und klagend vor und wird selbst davon ergriffen. „Doch dann ließ er sich in seinem Innern zur Gänze vom Heiligen Geist erfassen.“ Auf seine Bitte, allein in der Zelle verweilen zu dürfen, warf er sich betend über den Leib des verstorbenen Mitbruders und darf erleben, wie diesem das Leben wieder geschenkt wird.

Zitat
„Von diesem Zeitpunkt an begann der Name des seligen Mannes mit solcher Kraft zu strahlen, dass Martin, der bereits allgemein für heilig gehalten wird, auch für wundermächtig und wahrhaft apostolisch gehalten wurde.“ Sulpicius Severus

Wunsch
Die Pilger und Wanderer mögen durch die Kraft des Gebetes zur inneren, geistigen Einheit Europas beitragen und in dieser Kraft sicher heimkehren.

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