Martin, ein freier Mann

Martin wird auf seinem Weg von Frankreich in die römische Donauprovinz Pannonien (heute Südwestungarn) von Räubern überfallen. Beinahe wäre er dabei von einem der Räuber mit einem Beil erschlagen worden, doch ein anderer wehrte diesen Schlag ab. Sie fesselten Martin und brachten ihn an einen einsamen Ort. Einer der Banditen musste ihn bewachen. Dieser erkundigte sich, wer Martin sei und er erhielt zur Antwort: Ein Christ. Auch wollte der Bewacher wissen, ob Martin Angst habe. Martin verneinte und fügte hinzu: Er wisse, dass Christus den Bedrängten und Gefangenen barmherzig nahe sei. Er fühle sich daher sicher. Mehr betrübe er sich über den Räuber, da dieser seiner Räuberei wegen kein Anrecht auf Gottes Barmherzigkeit habe. So im Gespräch verkündete Martin dem Aufseher das Evangelium und diesen berührte das gute Wort und er ließ Martin frei und führte ihn zurück auf seinen Weg.

„Später sah man denselben Mann ein frommes Leben führen“, hält er Biograf des Martinus, Sulpicius Severus, fest und fügt hinzu: „So soll denn, was ich soeben erzählt habe, aus seinem eigenen Mund stammen“.
Die Legende ist die bildstarke Sprache, in der zu jener Zeit allgemein geschrieben und „berichtet wurde“. Die Gefahr besteht für den heutigen Leser, solche Schrift als Märchen abzutun. Es gilt zu fragen, was der Kern der Legende ist, die der Verfasser seinen Lesern vermittelt?
Der Kern ist wohl: Martin war in eine lebensgefährliche Situation geraten und erweist sich dabei als ein vom Geist Gottes erfüllter Mann. Die innere Sicherheit und Freiheit, aus der er in dieser Situation redet, zeigt, Martin hat Gottesfurcht. Er erweist zutiefst in seinem Herzen allein Gott Ehrfurcht und hat daher vor nichts und niemand Angst. Er weiß sich in Gottes Hand sicher.

Zitat
„Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.“
Aus den Seligpreisungen, Mt. 5,5

Wunsch
Den Pilgern und Wanderern möge auf ihrem Weg weder geistige noch körperliche Gewalt widerfahren. Große Herzensstärke mögen sie gewinnen, um in allen Situationen des Lebens gut zu bestehen.

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2 Gedanken zu “Martin, ein freier Mann

  1. Lieber Werner, lieber Wolfgang,
    heute möchte ich mich bei melden um zu wissen ob alles so läuft wie ihr es Euch vorgestellt habt. Ich werde heute Nachmittag mit den Kindern ins Montafon fahren und wünsche Euch einen schönen erholsamen Aufenthalt in Trier.
    Herzlich
    Monika

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  2. Lieber Werner,
    lieber Wolfgang,
    ich habe Euren Blog unseren Freunden aus Ungarn, Frankreich und dem Réseau
    vorgestellt, ich soll Euch Grüße aus Tours und aus Budapest ausrichten. Ich hoffe Euch geht es gut und wünsche Euch für die weitere Pilgerfahrt,
    alles Gute und Gottes Segen,
    liebe Grüße,
    Constantin

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