Archiv für den Monat April 2016

30.04. 2016 Kirchen in herrlicher Landschaft

Die Kirche in Mesneux

Die Martinskirche in Pargny-les-Reims



Saint Liè, in St.-Euphraise-et-Clairizet




Die St. Medard Kirche in Romigny 

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30.04.2016 – Windig, durch eine schöne und immer hügeligere Landschaft

Lange habe ich nicht mehr selbst berichtet, teilweise, weil Sulpicius Severus mich forderte oder das Herunterladen der Fotos des Tages vom I-Fon auf’s I-Pad viel Zeit beanspruchte oder, weil ich als Sekretär von Josef tätig war und mich dankbar an Frau Birnbaum und all der Mitarbeiterinnen der Jahre zuvor erinnerte, die für mich geschrieben haben.Heute konnte ich die ganze Strecke pilgern, zunächst zwölf Kilometer mit Wolfgang und dann mit Eugen bis zu unserem Tagesziel, da hatten wir dann 29,4 km geschafft.

Die vergangene Nacht hat es dauerhaft geregnet, doch heute war es trocken, freilich die Wege waren immer mal wieder aufgeweicht, Wolfgang hätte beinahe mal eine Bauchlandung oder umgekehrt eine Sitzlandung hingelegt, denn es war rutschig wie auf einer Eisfläche, doch zum Glück hat er sich noch gefangen, denn sonst wäre er erdfarben gewesen. Ich ging heute zum Glück mit Stöcken!

Die Geschichte der europäischen Völker hat uns viermal gewaltig eingeholt, denn vier Soldatenfriedhöfe, ein französischer, ein französisch-deutscher, ein italienischer und dann noch ein britischer. Es überkommt einen immer wieder ein Schauer bei diesen Zehntausenden von Toten, meist jungen Männern aus Nationen, die heute um die Einheit Europas wieder stärker ringen; vielleicht weil sie diese Toten vergessen haben und auch die Frage der Kriegsdienstverweigerung nicht mehr so aktuell ist, denn die Berufssoldaten halten ihren Kopf hin und andere sind fein heraus. Bei diesen Friedhöfen habe ich mich gefragt, wie geht es denen heute geht, die diese Toten zu verantworten haben? Einer allein war das nie, vielleicht Anstifter, doch auf ihre Ideologien sind die viele Menschen reingefallen. Der Martinusweg ist eine Mahnung von Ost nach West und umgekehrt, es besser zu tun, nämlich gleich dem heiligen Martin, zu teilen mit den Bedürftigeren und die Waffen niederzulegen.
Martin ist uns heute gleich bei der ersten Kirche in Bézannes und dann nochmals in Pargny-Le-Reims begegnet, für diese Kirchen ist er der Patron, zudem sind wir dort auf einer langen Martinsstraße gepilgert. Es sind heute zehn Kirchen an unserem Weg gelegen, leider meist geschlossen, viele schon renoviert, die letzte Saint Jean Eudes in Vézelly wird zur Zeit sehr umfangreich und gut renoviert. Die anderen Kirchen hatten die Patrone St. Remi, St. Lie‘, St. Pierre, St. Julien, St. Laurent und St. Medard.
Mit Hunden haben wir heute mehrmals zu tun gehabt, zunächst hat uns ein Berber-Collie sehr friedlich und verspielt ein gutes Stück Weg begleitet, dann uns ein Jagdhund unfreundlich angegangen, doch der hatte Respekt vor meinen Stöcken, die Wolfgang ihm zeigte, schwieriger waren die beiden letzten Hunde, im Format von „Rottweilern“, denen Eugen seine Hand reichte und die zunächst ihrem Herr nicht folgen wollten, erst als er sehr energisch auf sie zu kam.
Josef hat heute die Eindrücke von Reims verarbeitet, war mit Eugen beim Besorgen des Proviants für die nächste zwei Tage, hat die Kirchen und Friedhöfe inspiziert und war nicht sehr glücklich, wohl weil die Telefonverbindung zu den Seinen vor allem zur Schwiegertochter nicht klappen wollte.
Werner Redies, Wolfgang Bucher

29.04.2016 –  Ein anderes Tagebuch

Als uns der Bischof von Rottenburg-Stuttgart zur Verabschiedung mit Pilgersegen am Donnerstag, 21. April um 9:00 zu sich bat, erzählte uns die liebenswürdige Sekretärin, Frau Platz, dass sie extra einen wichtigen Termin verlegte, um es dem Bischof möglich zu machen uns vor unserer Abreise den Pilgersegen zu gebe. Es war dann eine würdige Feier, die der Bischöfliche Sekretär vorbereitet hatte und wir hatten am Ende den Eindruck, dass der Bischof uns gerne begleitet hätte.
Luxemburg

Wir fuhren danach nach Luxemburg wo uns Mireille Sigal erwartete. Diese Dame ist die erste Martinus-Pilgerin in Luxemburg, die wir für den Martinusweg gewinnen konnten. Sehr schnell hat sie dort eine Martinusgemeinschaft gegründet, die in Luxemburg die Erinnerung an den heiligen Martinus neu belebt. Da die Kirche in Luxemburg vor kurzem fast enteignet wurde und weitgehend ihre Besitztümer verlor, sind dort bei vielen Menschen und kirchlichen Mitarbeiter große Verletzungen entstanden (Abschaffung des Religionsunterrichts und der religiösen Bildungsarbeit und die Einstellung vielfältiger Unterstützung vor allem auch im caritatIven Bereich, lässt es im Moment offen wie das kirchliche Leben dort weitergeht). Die Martinusgemeinschaft e. V. hat Frau Sigal sechs Eisengusstafeln zum Martinusweg geschenkt, die sie im Moment in ihrem Haus im Keller aufbewahren muss, weil sie noch keine Genehmigung hat diese an den entsprechenden Orten anzubringen. Das Positive daran ist, wie sie selbst sagt, dass man im Moment immer wieder die Kraft der Urkirche spürt. Sehr geehrt hat sie unser Geschenk angenommen, nämlich den Honig aus dem Rottenburger „Weggental“ und die Flasche Rotwein vom Wurmlinger Kapellenberg, auch unser Pilgerschal kleidet sie ganz gut.
Plötzliche Begegnung mit der Geschichte.

Wir liefen wohlgemut über die Grenzen von Belgien und Frankreich und fanden fast durch Zufall ein Quartier, das von vorne mehr als bescheiden aussah. Um so überraschter waren wir als ein holländisches Ehepaar uns einließ und das Anwesen sich als Kleinod offenbarte. Eine Erfahrung, die wir einigen Tage zuvor auch schon machten. Der Hausherr erklärte mir den Grund: Die Häuser sollten nach außen hin einen bescheidenen, eher ärmlichen Eindruck erwecken, damit die durchziehenden Soldaten und Heere den Eindruck bekamen, dass hier nichts zu holen ist. Dies ist wie er sagte aber nur ab und zu gelungen. Die Häuser waren nach den Kriegen zum größten Teil verwüstet und wurden wie wir sehen konnten wieder aufgebaut. Auch heute findet das Leben in den riesigen, wohlgestalteten Innenhöfen statt.
Wolfgang Bucher
Wir liefen und liefen und plötzlich stand unser Begleiter Wolfgang auf einer Anhöhe, blickte versonnen in die große weite Ebene. Er erklärte mir wie wichtig solche Anhöhen für eine erfolgreiche Kriegsstrategie sind. Ich erfuhr, dass er Zeitsoldat war. Dies schaffte für mich eine zusätzliche Dimension zu dieser Gegend. Er erforschte für uns einen kleinen Friedhof wo die Toten eines Tages lagen. Die Franzosen als Sieger. Über 7000 Tote. Am andern Tag wendete sich das Kriegsgeschick wieder und die Deutschen siegten. Ab jetzt werde ich meinen Freund immer mit dieser Gegend in Verbindung bringen.

Sicher interessieren Sie sich auch noch für die weiteren Mitglieder unserer Gruppe aus meiner Sicht.

Eugen und Werner sind natürlich die alten Hasen und bringen wohl die größte Leserschaft beim Blog. Vor beiden habe ich natürlich den höchsten Respekt, nehme aber für mich in Anspruch, den Herrn Prälat am längsten zu kennen. Fast fünfzig Jahre kenne ich ihn nun schon und er hat sich in dieser Zeit fast nicht verändert. Wie könnte es sonst sein, dass die Hausdame eines Hotels an der Rezeption mich fragt, ob der junge Herr, der gerade das Gepäck aus dem Auto holt auch zu uns gehört. Ich habe sie dann gefragt, ob sie am 10. August schon etwas vor hätte. Sie hat mich verdutzt angeschaut. Ich habe ihr gesagt, dass dieser Herr am Auto an diesem Tag 81 Jahre alt wird und er sich sicher freuen würde, wenn sie nach Ellwangen käme, um mit ihm zum feiern. Von da an hatte Werner eine Verehrerin mehr. Das ist aber nicht das einzig beunruhigende: Der Prälat strotzt vor Energie und Gesundheit, hat die Kondition eines Leistungssportlers. Was ihm allerdings fehlt ist das Gespür für einenMenschen wie mich, der mit vier neuem Zylindern bergan kommt und oben von ihm sehr verständnisvoll gefragt wird: „Geht es dir gut, alles ok“ und das mit einem Grinsen hinter beide Ohren. Aber er darf sich bei mir einfach sehr viel erlauben, weil die Liste dessen was ich ihm verdanke sehr lang ist.

Er ist aber in erster Linie Priester und Mensch und öffnet nicht nur Herzen sondern auch Türen. Heute habe ich ihn wieder einmal als Türöffner gebraucht: Eine sehr schöne Martinuskirche auf einem Martinusberg war mal wieder verschlossen. Als ich beim Bürgermeister war und nach dem Schlüssel für die Kirche fragte war allgemeines Desinteresse sichtbar und spürbar. Als ich mit Händen und Füßen zu erklären versuchte, dass ich unbedingt in die Kirche müsste, weil ich einen leibhaftigen Prälaten dabei hätte, waren plötzlich drei Personen bereit mir zu helfen. Am Ende der beeindruckenden Führung tauschte Werner die Kontaktdaten mit der inzwischen eingetroffenen Mesmerin aus, die seit Jahren Fotos zur bewegten Geschichte der Kirche sammelt, die auch im Krieg Gefangene beherbergen musste.
Ein weiteres Original ist Eugen Engler, der lange im Ordinariat in Rottenburg tätig war und bis heute als Mensch mit vielseitigen Kompetenzen und einer unbesiegbaren Frohnatur bekannt ist. In Rottenburg verspürte er plötzlich den Drang nach Höherem und wurde Bürgermeister in Schemmerhofen, im schwäbischen Oberland. Er hat zusammen mit Werner schon den größten Teil des Martinusweges begangen, vielleicht auch schon in unserer Diözese. Er gibt ein illustres Bild auf dem Wege ab und ist deshalb leicht zu erkennen. Er läuft mit seiner gesamten Pilgerausrüstung und zusätzlich ein  Ipad auf der Brust. Da studiert er mit allen technischen Hilfsmitteln und Programme ausgestattet den Wegverlauf und navigiert uns einmal durch Morast und Sumpf, ein andermal die kerzengerade ausgebaute Römerstraße mit absoluter Sicherheit und Genauigkeit. Er gibt uns dabei einfach das Gefühl auf dem richtigen Weg als Pilger zu sein. Dabei hat er noch ein wahnsinnige Tempo beim Laufen drauf und streut in dieses Geschehen noch die aktuellsten Witze ein, sodass ich allein vom Lachen nicht mehr laufen kann. Nun bin ich am Ende meiner ersten Betrachtung.

Josef Albrecht

29.4.2016 – der Weg gefällt dem Hl. Martin

Wir hatten ja überlegt, eine zweite Nacht hier in Lavannes zu buchen. Beim schön hergerichteten Frühstück, wurde diese Frage geklärt. Wolfgang Bucher und Josef Albecht können im Zimmer bleiben, Werner Redies und Eugen Engler mussten ihr schönes Zimmer verlassen. Verschmitztes Lächeln bei den beiden Herren, die ihr Zimmer behalten dürfen. Wir haben aber anschließend nicht verraten, das wir nun ein schönes Appartement erhielten.
Gestartet an der Kreuzung vom Vortag gingen Werner, Josef und Eugen auf die erste Teiletappe. Über schöne Feld- und Wanderwege ging es zunächst auf der alten Römerstraße weiter. Am Rande der nächsten Ortschaft ging es dann leicht bergauf zum nächsten Ort Berru. An der Kirche zum Hl.Martin (XI. und XII. Jh. erbaut) die verschlossen war, stand schon das Auto mit Wolfgang. Während wir kurz berieten, ging Josef Albrecht von Haustür zu Haustür und fragte jeweils nach dem Schlüssel für die Kirche. Zwischenzeitlich gingen Werner und ich schon auf die nächste Teiletappe Richtung Reims. Josef hatte schon mindestens die fünfte oder sechste Hausklingel geputzt. Freudig rief er uns zu, dass er jetzt einen Türöffner gefunden habe. Wie Josef Albrecht dies ohne französische Sprache jeweils geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Werner und ich gingen aber weiter Richtung Cernay-les-Reims, mit dem Hinweis, sie sollen Bilder von der Kirche erstellen. Josef und Wolfgang fuhren mit dem Auto weiter und kamen an einen großen deutschen Soldatenfriedhof aus dem 1. Weltkrieg. 17 559 Soldaten liegen hier begraben, viele auch namenlos. Die weiteren Soldaten sind namentlich in einem Buch abgedruckt.
Über traumhafte Wege über den Mont Berru ging es auf herrlichen Waldwegen bis nach Cernay-les-Reims. Bei der Martinskirche (XII und XIII. Jh.) war wieder ein geplanter Wechsel des Fahrers. Auf die Tour nach Reims gingen jetzt Wolfgang Bucher und Eugen Engler. In Reims angekommen, na ja die Strecke dahin lässt sich kaum ändern (entlang von Straßen, auf Gehwegen, von Fußgängerüberweg zu Fußgängerüberweg) erreichten wir die herrliche Kathedrale von Reims. Ein wuchtiger Kirchenbau, uns kam der Gedanke, wie bescheiden der Rottenburger Dom dagegen steht, besichtigten wir das großartige Bauwerk. Wunderschöne Glasfenster und Rosetten, darunter Glasfenster von Marc Chagalle. Anschließend stärkten wir uns mit einem Kaffee (jeder trank den Kaffee in einer anderen Variante) um dann Wolfgang und Eugen auf die letzte Etappe bis nach Bezannes zu schicken, vorbei an wichtigen kommunalen Gebäuden und interessanten Kirchen. Zum Beispiel: St. Remis mit Museum, St. Maurice mit einem Jesuiten-College und die Basilika St. Clotilde? Dann erreichten wir die Kirche St. Martin in Bezannes. Unser Spezialist für verschlossene Kirchentüren, Josef Albrecht, hatte bereits eine ältere Dame gefunden, die bereits die Kirche aufgeschlossen hatte.
Leider sieht die nicht große Kirche schon sehr renovierungsbedürftig aus.
Mit dem Auto ging es zurück zu unserem Quartier in Lavannes.

Eugen Engler und Wolfgang Bucher
Werner Redies und Josef Albrecht

Ein Abstecher mit dem Auto nach Mont-Saint-Martin.

Erstmals in einer Martinuskirche nach der auch die Ortschaft benannt ist. Die Nachfrage von Josef im dortigen Kindergarten, ob uns jemand die Kirche aufschließen könnte, rief sofort den Ortsvorsteher auf den Plan. Dieser wiederum verständigte daraufhin das Mesmerehepaar und in wenigen Minuten konnten wir nicht wenig erstaunt einen sehr gepflegten größeren Kirchenraum betreten. Die Mesmerin und ihr Mann wiesen uns auf Elemente der Kirchenfenster, die noch von der alten Martinskirche stammten. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass nur selten dort noch Eucharistie gefeiert wird, da es an Priestern mangelt. Auch hier holte uns die Geschichte wieder ein indem uns die Mesmerin mitteilte, dass hier auch Soldaten in der Kirche eingesperrt waren. Wir hatten den Eindruck, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Gastgeber von unserem Besuch bewegt waren, sodass die Mesmerin Werner Bilder aus ihrer Sammlung versprach. Zum Schluss zeigten Sie uns an einem sehr alten Teil, der ursprünglichen Kirchenmauer Kreuze und andere Zeichen, die Pilger eingeritzt hatten. Dies weist auf eine sehr alte Martinus-Pilgertradition hin.

28.04.2016 – Sulpicius Severus: LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 2.

2. Nun denn: Martin kam in Sabaria zur Welt, einer Stadt Pannoniens. Aufgewachsen ist er aber in Italien, in Ticinium. Seine Eltern gehörten, gemäß der weltlichen Ranordnung, nicht eben den untersten Schichten an, sie waren allerdings Heiden. Sein Vater war zunächst Berufssoldat, später Offizier. Martin selbst trat schon als junger Mann in den Dienst mit der Waffe ein und leistete diesen in der berittenen Garde unter Kaiser Konstantin, dann unter Kronprinz Julian, allerdings nicht freiwillig, weil der außergewöhnliche Knabe, schon als Kleinkind zur Heiligkeit veranlagt, bereits in seinen früheren Jahren sich zu Dienst für Gott stärker hingezogen fühlte. Als er nämlich zehn Jahre zählt nahm er gegeben den Willen seiner Eltern seiner Kirche Zuflucht und meldete sich zum Taufunterricht an. Danach ging er in wunderbarer Weise ganz im Werk Gottes auf und verspürte, als er zwölf war, brennendes Verlangen, Einsiedler zu werden. Und er hätte seinen Vorsatz auch verwirklicht, wäre im sein zartes Alter nicht hinderlich gewesen. Aber sein Sinnen und Trachten war stets auf Einsiedeleien und die Kirche gerichtet, und er bereitete sich noch im Knabenalter geistig auf vor, was er später mit Hingabe in die Tat umsetzen sollte. Es war aber der kaiserliche Befehl ergangen, dass Veteranensöhne sich zum Militärdienst zu stellen hatten. Martins Vater betrachtete dessen verheißungsvolles Tun mit Argwohn und zeigte ihn an. So wurde er, als er fünfzehn Jahre alt war ergriffen und in Ketten zum Fahnendienst gezwungen. Danach begnügte er sich mit einem einzigen Diener als Begleiter, den er, obwohl der Herr, in Umkehrung der Ordnung bediente. Darin ging er so weit, dass er ihm oftmals eigenhändig die Schuhe auszog, diese eigenhändig säuberte und beide gemeinsam die Mahlzeiten einnahmen, wobeI meistens er, Martin, servierte. Drei Jahre etwa leistete er vor seiner Taufe Dienst mit der Waffe, hielt sich aber von den Verfehlungen fern in die dieser Berufszweig für gewöhnlich verstrickt ist. Vielfältig war sein Wohlwollen gegenüber den Kameraden, bewundernswert seine tätige Liebe; seine Geduld und seine Demut aber überschritten menschliches Maß. Denn Genügsamkeit an ihm zu loben erübrigt sich: Sie eignet ihm in einer Weise, dass man ihn schon zu jener Zeit nicht für eine Soldaten, sondern für einen Mönch hätte halten können. Durch die genannten Eigenschaften hatte er alle Kameraden so sehr für sich eingenommen, dass sie ihn in einzigartiger Zuneigung verehrten. Und dabei war er noch nicht in Christus wiedergeborene, sondern gab aufgrund seiner guter Werke eine Art Taufbewerber ab. Immer nämlich leistete er Bedrückten Beistand, kam Armen zur Hilfe, brachte Notleidenden Speise, Bedürftigen Kleidung und behielt von seinem Sold nur, was für das tägliche Leben notwendig war. schon damals offenen Ohres für das Evangelium, dachte er nicht an das Morgen.
Unter dem Datum vom 27.04.2016 Daten über Herausgeber und Verlag

Werner Redies