28.04.2016 – Sulpicius Severus: LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 2.

2. Nun denn: Martin kam in Sabaria zur Welt, einer Stadt Pannoniens. Aufgewachsen ist er aber in Italien, in Ticinium. Seine Eltern gehörten, gemäß der weltlichen Ranordnung, nicht eben den untersten Schichten an, sie waren allerdings Heiden. Sein Vater war zunächst Berufssoldat, später Offizier. Martin selbst trat schon als junger Mann in den Dienst mit der Waffe ein und leistete diesen in der berittenen Garde unter Kaiser Konstantin, dann unter Kronprinz Julian, allerdings nicht freiwillig, weil der außergewöhnliche Knabe, schon als Kleinkind zur Heiligkeit veranlagt, bereits in seinen früheren Jahren sich zu Dienst für Gott stärker hingezogen fühlte. Als er nämlich zehn Jahre zählt nahm er gegeben den Willen seiner Eltern seiner Kirche Zuflucht und meldete sich zum Taufunterricht an. Danach ging er in wunderbarer Weise ganz im Werk Gottes auf und verspürte, als er zwölf war, brennendes Verlangen, Einsiedler zu werden. Und er hätte seinen Vorsatz auch verwirklicht, wäre im sein zartes Alter nicht hinderlich gewesen. Aber sein Sinnen und Trachten war stets auf Einsiedeleien und die Kirche gerichtet, und er bereitete sich noch im Knabenalter geistig auf vor, was er später mit Hingabe in die Tat umsetzen sollte. Es war aber der kaiserliche Befehl ergangen, dass Veteranensöhne sich zum Militärdienst zu stellen hatten. Martins Vater betrachtete dessen verheißungsvolles Tun mit Argwohn und zeigte ihn an. So wurde er, als er fünfzehn Jahre alt war ergriffen und in Ketten zum Fahnendienst gezwungen. Danach begnügte er sich mit einem einzigen Diener als Begleiter, den er, obwohl der Herr, in Umkehrung der Ordnung bediente. Darin ging er so weit, dass er ihm oftmals eigenhändig die Schuhe auszog, diese eigenhändig säuberte und beide gemeinsam die Mahlzeiten einnahmen, wobeI meistens er, Martin, servierte. Drei Jahre etwa leistete er vor seiner Taufe Dienst mit der Waffe, hielt sich aber von den Verfehlungen fern in die dieser Berufszweig für gewöhnlich verstrickt ist. Vielfältig war sein Wohlwollen gegenüber den Kameraden, bewundernswert seine tätige Liebe; seine Geduld und seine Demut aber überschritten menschliches Maß. Denn Genügsamkeit an ihm zu loben erübrigt sich: Sie eignet ihm in einer Weise, dass man ihn schon zu jener Zeit nicht für eine Soldaten, sondern für einen Mönch hätte halten können. Durch die genannten Eigenschaften hatte er alle Kameraden so sehr für sich eingenommen, dass sie ihn in einzigartiger Zuneigung verehrten. Und dabei war er noch nicht in Christus wiedergeborene, sondern gab aufgrund seiner guter Werke eine Art Taufbewerber ab. Immer nämlich leistete er Bedrückten Beistand, kam Armen zur Hilfe, brachte Notleidenden Speise, Bedürftigen Kleidung und behielt von seinem Sold nur, was für das tägliche Leben notwendig war. schon damals offenen Ohres für das Evangelium, dachte er nicht an das Morgen.
Unter dem Datum vom 27.04.2016 Daten über Herausgeber und Verlag

Werner Redies

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