07.05.2016 – Der erste heiße Tag

Eugen und ich haben heute zuerst das Auto in der Tiefgarage meines Bruders geholt und sind dann nochmals zum Hotel gefahren, um Josef und Wolfgang und das Gepäck zu holen, danach fuhren wir zu meinem Bruder, um Geliehenes, vor allem den Öffner der Tiefgarage zurückzugeben und um uns zu bedanken und zu verabschieden. Mein Bruder hat sich bei uns ebenfalls für unsere gestrigen Dienste sehr herzlich bedankt.
Von dort sind wir ca. 27 km nach Igny gefahren, um an der Kirche – in dieser war eben eine Hochzeit – wieder mit dem Pilgern zu beginnen. Durch Paris sind wir nicht gepilgert, Eugen vertritt die Auffassung, dass Hauptstätte wie Wien und Paris nur von schweren Sündern zu Fuß bewältigt werden müssen. Diese Auffassung mag richtig sein, nur wer garantiert, dass wir nicht schwere Sünder sind, denn diesbezüglich sind alle Gebote geeignet und nicht nur die allgemein angenommenen!
Zunächst wollten Wolfgang und ich die erste Wegstrecke von Igny aus gehen, zum Glück hat uns Eugen noch mit seinem GPS begleitet, sodass wir bald bemerkten, wir müssen kehrt machen. Aufgrund dieser Erfahrung ging Eugen mit GPS und mir die erste Wegstrecke, die uns angenehm überraschte, denn nicht Häuserwüste mussten wir durchschreiten, vielmehr einen zunächst etwas ansteigenden herrlichen Wald, der auch mit Laufschuhen gut zu bewältigen war. Übrigens wurden gestern meine Stiefel mit Hilfe des Sekundenklebers und dem Werkzeug meines Bruders repariert. Doch ihre Bewährungsprobe kommt erst!
Auf unserem ersten Wegabschnitt mit 12 km kamen wir zur „L‘ Abbaye Saint Louis du Temple“, einem Benediktinerinnenkloster, das auch eine Hotellerie hat und somit sehr gut zum Übernachten geeignet ist und direkt am Martinusweg liegt. Mit der Sakristanin, die ganz von Kardinal Kasper und seinen Bücher angetan ist und wenig später mit der Schwester, die den Klosterladen und Klosterpforte führt, haben wir uns etwas unterhalten, da waren Wolfgang und Josef zur gleichen Zeit mit dem Auto da, sodass wir gemeinsam beten konnte.
Wenig später wich unser Weg von den Wegbeschreibungen und Vorgaben ab, denn wir stießen auf ein riesiges, ganz neues Technologiezentrum, das teilweise sich noch im Bau befindet. Doch wir haben unser Zeichen, das uns vom Tagesbeginn an bald begleitete gut wiedergefunden und hatten noch eine ganz ordentliche Strecke gemischt zwischen Feld und Waldwegen. Bei der alten Martinuskirche mit einer Martinus- und einer Laurentiusfigur – letzterer ist ja der Patron der Generalvikare – zudem mit einem herrlichen Flies, das Szenen aus dem Leben des heilige Martin zeigt, haben wir unsere beiden Partner gefunden. Josef im Gespräch bei einem Blumengeschäft mit der Verkäuferin, die aus Tours stammte und die sich über die Begegnung freute.
Nach dem Besuch der St. Martinskirche in Orsay haben wir an einem kleinen Stadtsee unsere Mittagspause eingelegt, danach gestärkt ging es entlang eines Baches vorbei an Bures-Sur-Yvette nach Gif-Sur-Yvette. Dieser Weg, der entlang einem Großen Feuchtgebiet ging war sehr sonnig und führte uns gut 10 km, schließlich wich er ab und führte durch Wohngebiete mit netten und auch sehr großen Anwesen. Die letzten 5 km waren sehr sonnig und wir freuten uns, als wir den Kirchturm von Chevreuse, unserem heutigen Etappenziel sahen, erblickten. Als wir dann zur Martinskirche kamen, war gerade eine Hochzeitsmesse zu Ende. Ein junges hübsches Paar wurde von einer elegant gekleideten Menge dann vor der Kirche beglückwünscht und wir sind hinter dem Hochzeitspaar herum in die wunderschöne Martinskirche geschlichen.
Nach einem Gebet zum Abschluss der Tagesetappe ging es dann rund 14 km zu unserem Quartier in La Verrière.

Werner Redies und Eugen Engler

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