11.05.2016 – Im Morgennebel auf nassen Feldwegen mit hohem Gras

Vor dem heutigen Pilgerstart mussten wir noch tanken, den Wagen aussaugen, Geld abheben und einen Briefkasten finden, so waren wir erst um 10 Uhr an unserem gestrigen End- und unserem heutigen Startpunkt in Pierre Pesant, das zur Kommune „Ver-lès-&Chartres“ gehört.Trotzdem, es war noch ziemlich nebelig und das hohe Gras auf den weichen Feldwegen hat unseren Schuhe und den unteren Hosenbeinen eine Vorwäsche gegeben, diese also eingeweicht, damit bei der Hauptwäsche auch aller Schmutz sich rauswäschen lässt, eben auch in den tiefen Schichten.

Wir kamen an einer großen Sattelittenanlage, die militärischen Zwecken dient vorbei und an noch größeren Rapsfeldern als in den Vortagen. Im Vergleich zum Martinusweg in Österreich und auch in Deutschland sind wir hier ständig im Flachland, doch auch das hat seine Reize, es weitet die Sicht und immer wieder sind es Hasen, Fasanen und vielerlei Vögel, die unsere Aufmerksamkeit beanspruchen und der Feldweg tut es ständig. Herrlich sind immer wieder die riesigen Gärten um die Häuser, mit einem großartigen und vielfältigen Baumbestand und dann wieder riesige gefüllte Maisgitter zur Lagerhaltung. Nach 9 km sind wir beim Auto und Eugen meint, ich soll Wolfgang als Fahrer ablösen, dann später noch das Zusatzstück mit ihm pilgern. Mir war das genehm, denn ich wollte noch ein weiteres Kapitel vom Sulpicius Severus schreiben, da es Blogleser gibt, die darauf warten. 

So fuhr ich gleich an unser heutiges Tagesziel, das zwei von uns noch überschreiten wollten und fing dort an zwei weitere Kapitel des „Leben des Heiligen Martin“ nach Severus abzuschreiben. Plötzlich bemerkte ich, dass leichte Regentropfen auf der aufgeschlagenen Buchseite waren, nickte auch einmal ein und löschte dabei das eben geschriebene Kapitel. Also nochmals von vorne, es wurde kühler, ich wacher und der Regen immer stärker. Ich überlegte: „soll ich den drei Pilgern entgegenfahren? Doch welchen Feldweg kommen Sie?“ So entschied ich mich zum Bleiben, zumal gegenüber der geschlossenen Kirche ein Gasthof war und ich sah, da essen Leute zu Mittag. Schließlich viel mir auch ein, dass ich schon gestern beim Bericht nicht sicher war, da ich diesen Korrektur lesen sollte und noch vier Worte anfügte, die dann doch wieder mit einer Anmerkung versehen und als Eingriff der Rechtsaufsicht angesehen wurden. Mag ja sein, dass es so war, nur hat der Petrus zur Rechtsaufsicht gehalten. Schlüsselinhaber halten zusammen! Er hat daher die Pilger auf der zweiten Strecke, die sich auf regenfreies Pilgern eingerichtet hatten, bis unter die Haut gewaschen. Hochmut kommt eben vor dem Fall. Doch als es so regnete und ich an Eugens Sünden-Regentheorie dachte, fiel mir eben ein, das bei mir eine Freude aufkam, die dem heiligen Martin nicht gefallen könnte und habe mich gebremst und lieber mal nach dem ländlichen Wirtshaus geschaut, ob das für uns was wäre. Mit seinem drei Gänge Menü war es dann ein gewisser Trost und vor allem eine Stärkung. Das war gut so, wir kamen im Hotel IBIS nur wenige Minuten bevor der Empfang wieder besetzt war an und konnten unsere Zimmer beziehen und die drei sich trocknen.

Werner Redies, Eugen Engler, Wolfgang Bucher und Josef Albrecht

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4 Gedanken zu “11.05.2016 – Im Morgennebel auf nassen Feldwegen mit hohem Gras

  1. mal wieder ein DANKESCHÖN für die tollen Berichte und Fotos …. ab und zu habe ich direkt das Gefühl, als ob ich mit auf der Tour wäre …… ich wünsche Euch, dass bald wieder die Sonne vom Himmel lacht und schicke allen ganz liebe Grüße aus Rottenburg, Biggi

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    1. Hallo, liebe Biggi, Danke für Deine nette Rückmeldung und die freundlichen Zeilen. Wir hatten heute ausreichend Regen und warten auf den Sommer. Liebe Pilgergrüsse Eugen und Mitpilger

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  2. Liebe Pilger,

    die Bilder beeindrucken mich sehr, vor allem welche Schätze hinter den „einfachen“ Kirchenmauern doch stecken. Auch die Naturbilder sind sehr schön und es ist schön zu sehen wie alles zu Leben erwacht. Nun kommen leider die Eisheiligen, ich wünsche allen einen weiteren guten und gesegneten Pilgerweg, wo das Ziel immer näher rückt.
    Ich denke der Heilige Geist vom Pfingstwochenende wird Sie alle noch beflügeln durch die kalten und feuchten Tage.

    Liebe Grüße aus dem feuchten Nagold,
    Stephanie Vogt

    P.S. Der Pilgerfanclub bedankt sich für die liebe Nachricht und meldet sich am Wochenende!

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