12.05. 2016 – Ein Himmel voller Geigen, leider nein: Wolken so weit das Auge reicht.

Im Ibis Budget-Hotel in Châteaudun haben wir uns gut erholt und trocknen können. Freilich die Schuhe machen bei den echten Pilgern noch gewisse Probleme, nur beim Prälaten, der den Regen gestern gescheut hat sind sie ganz trocken. Wir haben heute eine große Tour von 29 km vor uns und dazu auch noch einen verhältnismäßig langen Anfahrtsweg zu unserem heutigen Etappenbeginn.Heute sind es noch acht Tage bis wir uns mit den Wallfahrern der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor Marmoutier, dem Klosterort, den der heilige Martin als Bischof begründete, treffen und ein Stück gemeinsam pilgern werden. Martin lebte dort auch, um einen Ort der Stille und der Besinnung zu haben. Am heutigen Startpunkt der Etappe in Le Gault-St-Denis war die Kirche verschlossen. Im angrenzenden Rathaus bekam dann unser geistlicher Würdenträger einen großen Schlüssel ausgehändigt. Jetzt sahen und begriffen wir auch, was er im gestrigen Bericht mit seinem Begriff Schüsselinhaber meinte. Eine kleine Unterstützung benötigte er aber von kommunaler Seite, damit die große Kirchentüre sich dann schließlich öffnete. Bis er aber wieder vom Schlüssel abgeben kam, verging doch einige Zeit, die sich aber gelohnt hatte. Die Dame im Rathaus war sehr am Pilgerweg interessiert, hatte gleich unseren Blog aufgerufen und uns eine Gite als Übernachtungsmöglichkeiten aufgeschrieben.  

Die heutige Etappe konnte beginnen und der Weg führte zunächst entlang der Straße, dann aber auch über die bereits bekannten nassen Graswege. In Pré-St-Martin war die Kirche leider verschlossen und doch lädt sie mit ihrem kleinen Vorhof zu einem kurzen Gebet ein.

Der nächste größere Ort Bonneval wurde kurz nach 12 Uhr erreicht. Eine schöne, vor allem offene Kirche lud zum kurzen Innehalten ein. Leider hatte bereits um 11 Uhr ein leichter Nieselregen eingesetzt. Positiv haben wir dabei gesehen, dass es dieses Mal auch den Prälaten erwischt hat, nur müssen wir zugeben, er war bestens mit Regenkleidung ausgestattet. So ist es keine Schadenfreude, sondern nur eine sachliche Feststellung über die Witterungsverhältnisse. 

Weiter ging es über St-Christophe, Marboué zum Etappenziel Châteaudun. Die letzten ca. 5 km unserer Etappe waren sehr gut zu pilgern. Dabei haben wir einen jungen Rehbock bei der Mittagsruhe überrascht. Da eine kleine Wasserfläche dazwischen lag, fühlte er sich nicht bedroht und wir durften ihn fotografieren.

Die Kirche in Châteaudun ist dem Saint-Valérien geweiht und hat ihre Anfänge im XII. Jahrhundert. Innen ist sie beeindruckend in der Größe, ebenso durch die Fenster aus dem IIXX. Jahrhundert, außen wird sie z.Zt. Kirche renoviert. Unsere Pilger der letzen Wegstrecke sind etwas über das Ziel hinaus gepilgert, Richtung einer Kirche beim Château, doch in Saint-Valérien haben wir uns zum Pilgergebet getroffen. Dem Haupteingang der Kirche gegenüber gibt es eine kleine, aber gut sortierte religiöse Buchhandlung, dort habe ich Kardinal Kasper gesehen, freilich nur sein Buch „La Miséricorde“, das ich schon gelesen habe, aber nicht in Französisch und so habe ich es mitgenommen in Erinnerung an die Wallfahrt unserer Diözese im Jahr 1999 nach Tours. Damals war an den Martinusweg noch nicht zu denken, weder die Gecken hatten diesen Bischof Dr. Gebhard Fürst für unsere Diözese „geschenkt“, noch hatte der Europarat den Martinusweg als Kulturweg proklamiert. 

Da wir am Rand dieser Stadt für zwei Nächte gebucht hatten, hatten wir nur noch eine kleine Strecke zu unserem Quartier.

Eugen Engler, Werner Redies, Wolfgang Bucher und Josef Albrecht 

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Ein Gedanke zu “12.05. 2016 – Ein Himmel voller Geigen, leider nein: Wolken so weit das Auge reicht.

  1. Lieber Werner und Mitpilger,
    es sind halt die Tage der Eisheiligen. In Oberbayern regnet es sich derweil ein. Wichtig ist jedoch neben gutem Schuhwerk die Motivation und gute Laune, die ich dem Bildmaterial und euren Zeilen entnehme.
    Bald seid ihr am Ziel!
    Grüße und alles Gute,
    Richard

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