13.05. 2016 – Nass, nasser, am nassesten ….

Da es heute reicht, wenn während der Regen-Etappe nur zwei pilgern, sind die „starken“ Männer zunächst aufgebrochen und haben sich gleich mal eine Strecke von neunzehn Kilometer vorgenommen. Nun, das muss auch sein, denn wir müssen zusätzliche Kilometer pilgern, um den letzten Pilgertag – wir wollten da nochmals 25 Kilometer gehen – aufzuholen, um so mit den Diözesanpilgern die kurze Strecke von Vouvray nach Marmoutier und Tours zu pilgern. Hier in Cloyes-sur-le-Loir, beim Chemin de La Roche, solange wir auf die Beiden warten, male ich mir die Begegnung mit den Pilgern der ganzen Diözese aus. Sicher wird da manche Bekannte/Bekannter dabei sein, vielleicht auch Pilger von damals 2013 nach Szombathely, und es wäre schön alle Gesprächserwartungen erfüllen zu können, doch die Zeit von drei Stunden wird sicher zu kurz sein. Da kommen mir auch die Gecken aus dem Martinihaus mit ihrem Chor in den Sinn, der damals bei der ersten Pilgerfahrt nach Ungarn mehrmals die Gottesdienste selbst im Freien, mit ihren Gesängen schön gestaltet haben. Sie begleiten auch diesmal die Diözesanpilgerreise und werden den Bischof und die Pilger sicher wieder mit ihren herrlichen Gesängen und hoffentlich auch Gott, weil sie mit dem Herzen singen, erfreuen. Eigentlich erwarte ich das von einem Internat, das sich musisch nennt und dem ich während der vielen Jahre meiner Verantwortlichkeit groß Unterstützung zuteil werden ließ, um dieses und auch die drei anderen Internate unserer Diözese zu profilieren und ihnen so eine Zukunft zu ermöglichen. Mir war am Erhalt der Internate gelegen, da ich weiß, dass Eltern immer wieder auf solche Unterstützung angewiesen sind, aus welchem Grund auch immer und ich weiß aus eigener Lebenserfahrung, welch großen Erfahrungsreichtum einige Jahre Internat schenken können und das nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern immer wieder auch durch den Dank ehemaliger Schüler. Da denke ich auch an die pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht nur an diese, oft waren eine Hausgehilfin oder der Hausmeister sowie die Köchin ebenso gute Pädagogen. Beim Denken an die musische Erziehung kommen mir die Musiker in den Blick, die den Schülern unterschiedliche Instrumente unterrichtet haben und im Blick auf den Gottesdienst in der Kathedrale in Tours denke ich an Frau Rehfeld, die es so gut versteht die meist völlig ungebildeten Stimmen der Kinder und Jugendlichen in unglaublich kurzer Zeit wunderbar zu bilden und zu formen. Vielleicht sind die Stimmen das schwierigste Instrument, das es zu unterrichten gibt! Wenn dann noch Professor Rehfeld an der Orgel den Chor begleitet, ist das ein musikalisches Geschenk.
Während ich diese Zeilen schreibe, und warte und warte, ist mein Mitfahrer Josef im Stadtzentrum, um zu erkunden, wem die große Kirche geweiht ist. Dem heiligen Martin ist natürlich unsere Frage? Nun hoffe ich, dass die Drei zur gleichen Zeit eintreffen. Dem Mitfahrer habe ich 11:45 Uhr als Termin gesetzt, um die Zeit vermute ich kommen auch die beiden Pilger und ich freue mich dann auch mitpilgern zu können. Es regnet immer noch, doch nicht mehr ganz so stark, die Fotos werden wohl alle etwas trübe.

Nun der Stadtgänger ist zurück, die Kirche ist dem heiligen Benoît geweiht . Es regnet nicht mehr, doch ich habe mit allem Schreiben vergessen Baguettes zu kaufen. Nun der Stadtgänger Josef macht sich nochmals auf den Weg, es wird schon noch ein „Artisan Boulanger“ offen haben. Nein, dem war nicht so, aber vier Döner hat er mitgebracht, damit die beiden durchnässten sich gut stärken können.

Die erste Etappe mit rund 20 km war sehr abwechslungsreich, mal bergauf, mal bergab, an der Loir entlang, dann über Wald- und Graswege, aber überwiegend auf weichen Belägen. Unter vier Stunden sind wir die gesamte Strecke (bei Regen) die rund 20 km (einschließlich Kirchenbesuch usw. ) gepilgert. Die kleine Pause und der Döner gaben neue Kraft. 

Nun gehen wir zu dritt weiter, wieder lange der Loir entlang. Enorm viel Grundstücke/Häuser werden zum Verkauf angeboten! Nach zehn Kilometern steigt es an und wir sind plötzlich in einer Landschaft die de Allgäu ähnelt, auf jeden Fall die Rindviecher, die hier wirklich auch schön sind, so wie im Allgäu, vor allem die große Herde, da bei jeder Kuh ein, oft zwei Kälber sind. Die hügelige Landschaft und schließlich ein Feldweg mit hohem Gras und das bei einer enormen Luftfeuchtigkeit und Schwüle hinterlässt Spuren bevor wir Morée und dort die Kirche erreichen. Wir haben Glück, zwei junge Damen sind kurz vor uns angekommen und haben die Kirche aufgeschlossen. Da wir den Gottesdienstraum betreten ist der für eine Hochzeit großartig geschmückt. Wir gehen vor bis zum Altar, beten miteinander und auch für Europa bitten wir den heiligen Martin. 

Inzwischen sind wir in Vendôme in einem sehr schönen zwei Sterne Hotel, wieder ein anderer Typ, freilich für Pilger nur bedingt geeignet, da mehr auf vornehm, denn auf praktisch ausgerichtet, aber sehr sauber und das mögen Pilger auch.

Werner Redies, Eugen Engler, Wolfgang Bucher und Josef Albrecht 

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