17. 05.2016 – Sulpicius Severus – LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 14

Nach der Lateinisch und Deutschen Ausgabe He.rausgegeben von Kurt Smolka – St. Martinus-Verlag, Eisenstadt

Hier nur die deutsche Version
14. Eine nicht weniger machtvolle Tat vollbrachte er etwa zur gleichen Zeit in ebendieser Absicht. Denn als er in einem Dorf ein uraltes, vielbesuchtes Heiligtum in Brand gesteckt hatte, griffen Feuergarben, vom Wind getrieben, auf ein ganz in der Nähe stehendes, ja unmittelbar anschließendes Haus über. Sobald Martin das bemerkt hatte, erklomm er in aller Eile das Dach des Hauses und stellte sich den nahenden Flammen entgegen. Da aber bot sich ein wundersames Schauspiel: Gegen den heftigen Wind wurde das Feuer zurückgetrieben, sodass die Elemente untereinander in einer Art Kampf zu liegen schienen. So war durch Martins machtvolles Eingreifen das Feuer nur dort am Werk, wo er es ihm befahl.

Als er allerdings in einem Dorf namens Leprosum auf gleiche Weise einen Tempel zerstören wollte, den sie abergläubischen verehrten und auf das prächtigste ausgestattet hatten, leisteten ihm viele Heiden so heftigen Widerstand, dass sie ihn sogar unter Gewaltanwendung vertrieben. So zog er sich in die näher Umgebung zurück. Dort flehte er drei Tage in Sack und Asche unter ständigem Fasten und Beten zum Herrn, dass die Kraft Gottes diesen Tempel niederreiße, da ihn die Hand eines Menschen nicht hatte zerstören können. Da standen ihm plötzlich zwei Engel gegenüber, mit Lanzen und Schildern in der Art der himmlischen Heerscharen bewaffnet, und sagten, der Herr habe sie gesandt, um die Bauernschar zu vertreiben und Martin Schutz zu bieten, damit sich niemand während des Einreißens des Templs in den Weg stelle. Er solle also zurückkehren und das Werk, das er begonnen hatte, in Gottergebenheit zu Ende führen. So begab er sich in das Dorf zurück und machte alle Altäre und Götzenbilder zu Staub – in Gegenwart der Heidenscharen, die tatenlos zuschauten, während er den Heidentempel bis auf die Grundmauer einriß. Als die Bauern dies sahen, erkannten sie, dass sie Kraft göttlichen Willens vor Schrecken wie gelähmt waren, um dem Bischof nicht zuwiderhandeln zu können; sie kamen fast alle zum Glauben an den Herrn Jesus und gaben öffentlich durch lautes Rufen ihrer Überzeugung Ausdruck, dass der Gott Martins Verehrung verdiene, die Götzen aber Verachtung, da sie sich selbst nicht helfen konnten.

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