Archiv für den Tag 20. Mai 2016

20. Mai – Lebt Gott (noch) in Frankreich?

Impressionen von der Diözesanwallfahrt sind in der Mediathek auf der Homepage der Diözese unter http://www.drs.de veröffentlicht. Die Filme sind auch auf dem youtube-Channel der Diözese bei youtube zu sehen, und zwar hier (https://www.youtube.com/watch?v=JaVQeteTBxM), hier (www.youtube.com/watch?v=6p9U5s8YkF8) und hier (www.youtube.com/watch?v=iqUxVQEDXrE), die weiteren Filme kommen so bald wie möglich dazu.

Noch mehr aktuelle Bilder/Fotos gibt es auch auf der Facebook-Seite der Diözese hier (https://www.facebook.com/drs.news), die man jederzeit auch erreichen kann, ohne bei Facebook angemeldet zu sein!

Auf der Homepage der Redaktion KiP (www.kip-radio.de) sind Audio-Beiträge von der Diözesanwallfahrt aktuell abrufbar, und auf http://www.kip-tv.de können Sie eine 30minütige Alpha&Omega-Talksendung mit Bischof Fürst zum Martinsjahr on demand abrufen. Alle Filme zur Wallfahrt sind demnächst auch (gegen Erstattung der Unkosten) als DVD bei der Diözesanpilgerstelle abrufbar.

Mit Gesang aus dem Gotteslob und einer inhaltlichen Einstimmung geht es in den vierten Tag der Diözesanwallfahrt, hier die technische und die geistliche Leitung aus dem Bus Nr. 6 Heilbronn/Ludwigsburg mit Dekanatsreferent Alexander Bair (links) und Dekan Alexander König aus Ditzingen.

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Und nicht vergessen unterwegs: Den Pilgerpass abstempeln lassen, hier in der Basilika St. Martin in Tours:

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Pontifikalgottesdienst mit Bischof Gebhard Fürst in der Basilika über dem Grab des Heiligen Martin:

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Neben dem Grabmal des Heiligen Martin in der Krypta kann man seine Gebetsanliegen auf Zettel schreiben und den Heiligen um Fürsprache bei Gott bitten:

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Als Erinnerung an die Diözesanwallfahrt wurde ein Gedenkstein in der Krypta eingeweiht – da es den Buchstaben „ö“ im französischen Alphabet nicht gibt, hat ihn der Steinmetz gleich ganz weggelassen – es wäre einfacher, wenn die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein Bistum wäre …

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Auf einem „modernen“ Martinsmantel in der Basilika steht: „Wie Sankt Martin Jesus nachfolgen? Um dazu ‚Ja‘ zu sagen, unterschreibe ich auf dem Mantel des Heiligen Martin.“

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Stadtführung mit „Madame Helga“ in und um die Basilika herum:

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Bischof Gebhard Fürst (2. v. l.) überreicht einen Scheck in Höhe von 5000 Euro für die pastorale und karitative Arbeit der Erzdiözese Tours:

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Zum Abschluss der Wallfahrt ein Konzert der „Philharmonie der Nationen Mitteleuropas“ unter Leitung von Justus Frantz in der Kathedrale von Tours. Die Philharmonie wird auch noch im Juli in Rottenburg und im Oktober in Martins Geburtsort Szombathely (Ungarn) spielen:

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„Leben wie Gott in Frankreich“ ist ein geflügeltes Wort. Aber lebt Gott heute (noch) in Frankreich?

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Solange es Menschen gibt, die ihr Leben teilen wie Martin seinen Mantel teilte und damit Gott begegnen, so lange lebt Gott auch in Frankreich – und anderswo.

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20.05.2016 – Sulpicius Severus – LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 17. und 18.

Nach der Lateinisch und Deutschen Ausgabe He.rausgegeben von Kurt Smolka – St. Martinus-Verlag, Eisenstadt

Hier nur die deutsche Version
17. Zur gleichen Zeit wurde der Diener eines gewissen Taedradius, eines Mannes von prokonsularischem Rang, von einem Dämon ergriffen; der Bedauernswerte litt Todesqualen. Man bat Martim, ihm die Hand aufzulegen. Dieser ließ ihn zu sich bringen, aber der böse Geist war durch nichts aus dem Unterschlupf herauszubringen, den er bewohnte: so wild biß er um sich, wenn jemand sich näherte. Da warf Taetradius sich dem seligen Mann zu Füßen und bat ihn, persönlich in das Haus zu kommen, in dem sich der Besessene befand. Doch da weigerte Martin sich: Er könnte nicht das Haus eines Ungläubigen Heiden aufsuchen. Taetradius war zu der Zeit nämlich noch im Irrtum des Heidentums befangen. Er versprach also, Christ zu werden, wenn der Dämon aus dem Burschen ausgetrieben würde. So legte denn Martin dem Burschen die Hand auf und trieb den unreinen Geist aus ihm aus. Als Taetradius dies gesehen hatte, kam er zum Glauben an den Herrn Jesus, wurde auf der Stelle ein Taufbewerber, ließ sich nicht viel später taufen und verehrte Martin allezeit mit besonderer Inbrunst als den Urheber seiner eigenen Errettung.

Zur selben Zeit und in derselben Stadt begab sich Martin in das Haus eines Gutsherrn. Er machte aber noch auf der Schwelle halt und sagte, er sehe im Mittelhof des Hauses einen schrecklichen Dämon. Als er ihm befahl zu verschwinden, ergriff dieser von dem Gutsherrn Koch Besitz, der sich weiter im Inneren des Hauses aufhielt. Der Arme begann, um sich zu beißen und alle, die ihm in den Weg kamen zu zerfleischen. Die ganze Familie geriet in Aufregung, das Gesinde in Verwirrung, die Leute ergriffen die Flucht. Martin warf sich dem Rasenden entgegen und gebot ihm zunächst stehenzubleiben. Als dieser aber die Zähne fletschte und mit aufgerissenem Mund zum Beißen ansetzte, steckte Martin ihm seine Finger in den Mund und sagte: „Verschlinge sie, wenn du irgendeine Macht besitzt.“ In diesem Augenblick aber, wie wenn er glühendes Eisen in seine Kehle bekommen hätte, wich jener weit mit seinen Zähnen zurück und vermied eine Berührung mit den Fingern des seligen Mannes. Und als der Dämon unter peinvollen Quälen gezwungen wurde, aus dem Leib des Besessenen zu weichen, es ihm aber nicht möglich war, durch den Mund auszufahren, wurde er unter Hinterlassung einer übelriechenden Spur durch heftigen Durchfall ausgeschieden.
18. Während dessen war plötzlich das Gerücht aufgekommen, Barbaren hätten sich in Bewegung gesetzt und planten einen Angriff: Aufregung herrschte in der Stadt. Da ließ sich Martin einen Besessenen vorführen und befahl im offen herauszusagen, ob dies Kunde wahr sei. Darauf hin gestand dieser, zehn Dämonen seien mit ihm gewesen, die jenes Gerede unter dem Volk verbreitet hätten, damit Martin es wenigsten jetzt mit der Angst zu tun bekomme und sich aus dieser Stadt vertreiben lasse. Die Barbaren dächten an nichts weniger als an einenÜberfall. So wurde, als der unreine Geist dies mitten in der Kirche bekannte, die Stadt von Angst und Schrecken, die eben noch geherrscht hatten, befreit.

In Paris aber – Martin durchschritt eben in Begleitung einer großen Menschenmenge ein Tor dieser Stadt – küßte er einen Aussätzigen, dessen Gesicht jämmerlich entstellt war, und segnete ihn. Alle erschauderten, doch jener war auf der Stelle von dem Übel gänzlich rein. Tags darauf kam er in die Kirche und dankte mit makelloser Haut für die wiedererlangte Gesundheit. Es soll auch nicht übergangen werden, dass Fasern, die man aus Martins Mantel und aus seiner Kutte gezogen hatte, in vielen Fällen Heilkräfte beim Kranken entfalteten. Denn um die Finger gewickelt oder auf den Hals aufgelegt, bewirkten sie oftmals, dass die Krankheiten von den Leidenden abließen.

19. Mai 2016 – Von Bus-, Buß-, Fuß- und Bootspilgern

Von Vouvray geht es heute ca. 10 km nach Tours zur St. Gatien-Kathedrale. In Vouvray begrüßen die Buspilger mit Bischof Gebhard Fürst herzlich die vier Fußpilger Werner Redies, Eugen Engler, Wolfgang Bucher und Josef Albrecht, die in den letzten fünf Wochen zu Fuß von Luxemburg nach Tours auf dem Martinusweg gepilgert sind.

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Hier zwei der XXL-Pilger: Werner Redies (links) und Eugen Engler:

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Von Vouvray geht es nach Marmoutier, vorbei an den steinernen weißen Wegzeichen, auf denen die Buchstaben DStM für „Domaine de St. Martin“ (Gebiet des Hl. Martin) stehen und den Weg nach Tours anzeigen, heute ergänzt durch  temporäre Wegschilder aus Pappe:

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Meine Kollegin Caroline Haro-Gnändinger ist wieder mit der Kamera dabei. Impressionen von der Diözesanwallfahrt sind in der Mediathek auf der Homepage der Diözese unter www.drs.de veröffentlicht. Die Filme sind auch auf dem youtube-Channel der Diözese bei youtube zu sehen, und zwar hier (www.youtube.com/watch?v=6p9U5s8YkF8) und hier (www.youtube.com/watch?v=iqUxVQEDXrE), die weiteren Filme kommen in den nächsten Tagen dazu. Auf der Homepage der Redaktion KiP (www.kip-radio.de) sind Audio-Beiträge von der Diözesanwallfahrt aktuell abrufbar, und auf www.kip-tv.de können Sie eine 30minütige Alpha&Omega-Talksendung mit Bischof Fürst zum Martinsjahr on demand abrufen.

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Bischof Gebhard Fürst begrüßt mit fliegender Fahne die Bootspilger, die von Vouvray aus ein Stück des Pilgerwegs auf der Loire zurückgelegt haben:

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Ankunft in Marmoutier, wo St. Martin ein zweites Kloster gegründet hatte:

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Picknick im Garten mit Brot und Wein (und Wasser, Käse, Wurst und Kuchen):

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Deutscher Martinusweg-Pilgerschal mit französischem Martinsjahr-Abzeichen: Zeigen, wofür man/frau steht und geht:

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Die Martinsmönche von damals trugen – laut Sulpicius Severus – als Kleidung „borstiges Kamelhaar“ – die Martinspilger von heute tragen eher atmungsaktive Allwetterkleidung:

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An der Loire entlang geht es Richtung Tagesziel, zur Kathedrale St. Gatien in Tours, wo Martin Bischof war:

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Die letzten Meter – jetzt nur nicht hängen lassen auf der Hängebrücke über die Loire:

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Angekommen an der Kathedrale:

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Ich kann mir nicht helfen, aber die Fassade in der Mitte des rechten Turms erinnert mich an Eulenaugen – oder einen riesengroßen „Smiley“ – die Kirche freut sich, dass wir da sind!

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In der Kathedrale beeindrucken vor allem die herrlichen Glasfenster, die hier im linken Fenster die Mantelteilung von Martin zeigen – auch Heilige sind sowas wie bunte Glasfenster, die erst dann hell aufleuchten, wenn Gottes Liebe als Sonne durch sie hindurchscheint:

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Es gibt noch mehr Darstellungen von Martin in der Kathedrale von Tours, auch sehr moderne Glasfenster im nördlichen Querschiff, aber auch sehr alte Fresko-Wandmalereien wie hinter dem Grabmal für die Kinder des französischen Königs Karls VIII. und der Anne de Bretagne. Die Kathedrale lohnt also auf jeden Fall einen zweiten Besuch – gleich morgen!

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