21.05.2016 – Sulpicius Severus – LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 19

Nach der Lateinisch und Deutschen Ausgabe He.rausgegeben von Kurt Smolka – St. Martinus-Verlag, Eisenstadt

Hier nur die deutsche Version

19. Als aber die Tochter des ehemaligen Präfekten Arborius, eines tiefgläubigen Mannes mit lauterem Charakter, von heftigem Viertagefieber geschüttelt wurde, legte dieser einen Brief Martins, der ihm zufällig überbracht worden war, gerade auf dem Höhepunkt eines Malaria-Anfalls in den Gewandbausch über der Brust des Mädchens, und sofort war das Fieber vertrieben. Dies machte auf Arborius so tiefen Eindruck, dass er das Mädchen sogleich Gott versprach und es immerwährender Jungfräulichkeit weihte. Er machte sich zu Martin auf, übergab ihm das Mädchen als ein lebendiges Zeugnis seiner machtvollen Taten – es war ja sogar aus der Ferne von ihm geheilt worden – und wollte nicht zulassen, dass es von jemand anderem als von Martin Gewand und Weihen des Jungfrauenstandes empfange. 

Paulinus, der später noch ein glänzendes Beispiel abgeben sollte, wurde an einem Auge von heftigem Schmerz befallen; schon hatte Finsternis wie eine dichte Wolke die Pupille überzogen, da berührte Martin das Auge mit einem Stäbchen, gab Paulinus die frühere Gesundheit zurück und bannte jeglichen Schmerz. 

Martin selbst war einmal durch einen unglücklichen Zufall die Speisesaaltreppe hinabgestürzt und hatte beim Fallen über die holprigen Stufen viele Blessuren erlitten; halbtot lag er in seiner kleinen Zelle, von maßlosen Schmerzen gequält. Da hatte er des Nachts die Erscheinung eines Engels, der ihm die Wunden reinigte und mit heilender Salbe die Blutergüsse auf seinem zerschlagenen Leib bestrich. Tags darauf war er so vollständig genesen, dass man meinen musste, er habe nie irgendeinen Unfall erlitten.
Doch es wäre zu weitläufig, alle Details durchzugehen. Das Berichtete – gar wenig aus der Überfülle – möge ausreichen; mir aber soll es genügen, wenn ich was die Größe der Dinge betrifft, auf dem Boden der Wahrheit bleibe, was aber deren Vielzahl angeht, keine Langeweile aufkommen lasse.

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6 Gedanken zu “21.05.2016 – Sulpicius Severus – LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 19

  1. Lieber Pilger Werner Redies Redies, danke für den abschließenden Bericht. Sulpicius Severus – Leben des Heiligen Martin bislang mir Unbekanntes habe ich erfahren und Martinus ist mir sehr nahe gekommen. Euch als Fußpilger – Werner Redies, Eugen Engler, Wolfgang Bucher und Josef Albrecht – sage ich „Vergelts Gott“, dass Ihr den Weg vor uns gegangen seid. Wir sind Euch einfach mit dem Bus gefolgt. Wie würde Herr Teufel sagen: „Nur wer eine Fahne hat, kann auch eine tragen“ 😉 Es war eine beeindruckende Wallfahrt mit unserem Bischof Gebhard. Erlebt und erfahren habe ich in diesen Tagen, „Mantelteilung“ findet auch im Heute statt. Liebe Grüße, Euere Veronika Rais-Wehrstein

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    1. Sehr geehrte, liebe Frau Rais-Wehrstein,
      mit einem Gruß aus Ellwangen danke ich für Ihren Gruß von zu Hause. Sulpicius Severus wird noch einige Tage von Martinus berichten, gestern von einem Banquett beim Kaiser Maximus.
      Sie und Ihren Mann grüße ich herzlich
      Werner Redies

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  2. Lieber Werner, liebe „Langstrecken“pilger,
    schade dass die Zeit Eures Pilgerns zu Ende ging. Respekt vor der logistischen und der körperlichen Leistung. Ganz herzlichen Dank für die Berichte und die Bilder und die vielen Eindrücke, an denen ich teilhaben konnte. Es waren Eindrücke der Landschaften durch die Ihr gepilgert seid, die in meinen Erinnerungen wieder lebendig wurden, weil ich mich dort vor vielen vielen Jahren einmal an den Kirchen insbesondere der Dorfkirchen, die damals noch nicht regelmäßig verschlossen waren und den Schlössern erfreut habe. Die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs wurden wieder präsent und vieles andere Mehr.
    Der heilige Martin kam mir näher über die Geschichten, die Du, lieber Werner, über ihn weitergegeben hast.
    Vergelts Gott für das Alles und Gottes Segen.
    Ganz herzliche Grüße
    Fritz Holzwarth

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    1. Lieber Fritz,
      Herzlichen Dank für Deine freundliche Rückmeldung. Den Sulpicius wollte ich vollständig während des Pilgerns zu Wort kommen lassen, doch die Zeit am Abend war immer sehr knapp, vor allem dann wenn das WLAN wie eine Schnecke sich bewegte. So werde ich ihn in den nächsten Tagen noch zu Wort kommen lassen.
      Heute muss ich bereits nach Rottenburg.

      Herzlichen Gruß bis zu einem Wiedersehen

      Werner

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  3. Lieber Werner,
    danke für die informativen Berichte und die eindrucksvollen Bilder. Der Hl. Martin ist mir jetzt noch vertrauter geworden.
    Sicher hast Du nach dem Pilgern jetzt eine gute Kondition und bleibst aktiv!
    Herzliche Grüße,
    Richard

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    1. Lieber Richard,
      Mein erster Versuch Dir zu antworten misslang aus technischen Gründen. Werde morgen am Bodensee wandern und eine Gegend aufsuchen, wo ich in meiner Jugend schon mal hin wollte, doch nie hinkam. So werde ich fit bleiben und nicht gleich wieder auf Schreibtischtäter Niveau absinken.Herzlich
      Werner

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