25.05.2016 – Sulpicius Severus – LEBEN DES HEILIGEN MARTIN: 22

Nach der Lateinisch und Deutschen Ausgabe He.rausgegeben von Kurt Smolka – St. Martinus-Verlag, Eisenstadt

Hier nur die deutsche Version
22. Oftmals aber trat der Teufel bei seinen unzähligen Versuchen, den heiligen Martin durch böswillige Ränke zu Narren, ihm in den verschiedensten Erscheinungsformen vor Augen. Bisweilen zeigte er sich nämlich in der Maske Juppiters, meist in der Gestalt Merkurs, oft auch mit den Zügen von Venus und Minerva. Martin, stets unerschrocken, wusste sich mit dem Zeichen des Kreuzes und einem Stoßgebet vor ihm zu schützen. Sehr oft waren Schmähreden zu hören, in denen ihn eine Dämonenschar mit frechen Worten anherrschte. Da er aber erkannte, dass dies alles falsch und nichtig er, ließ er sich durch die Vorwürfe nicht aus der Fassung bringen.

Auch einige von den Mitbrüdern haben ihrer eigenen Aussage nach gehört, wie ein Dämon mit frechen Worten Martin anherrschte, warum er immKloster einige von den Brüdern, die einst aufgrund verschiedener Verwirrungen ihrer Taufgnade verlustig gegangen waren, später nach ihrer Umkehr, wieder aufgenommen habe; und er zählte die Vergehen jedes einzelnen auf. Martin soll sich dem Teufel beharrlich widersetzt und geantwortet haben, frühere Schuld werde durch die Besserung der Lebensführung getilgt und Menschen, die aufgehört hätten zu sündigen,müßten Kraft des Erbarmens des Herrn von ihren Sünden freigesprochen werden. Als der Teufel entgegnete, Schuldbeladenen bleibe Vergebung versagt, Mund wenn man zu Fall gekommen sei, könne Gott keine Milde walten lassen, rief Martin, so wird berichtet, folgende Worte aus: „Sogar dir, Elender, würde ich, wenn du abließest, den Menschen nachzustellen und deine Taten selbst jetzt, da der Tag des Gerichts Nähe ist, bereutest, in ehrlichem Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus dessen Erbarmen verheißen!

Welch eine erhabene Vorstellung von Gottes Güte! In ihr zeigt Martin, auch wenn er sich nicht für sie verbürgen könnte, sein ganzes Fühlen. Und da nun einmal die Rede auf den Teufel und seine Ränke gekommen ist, scheint es nicht unangebracht – mag dies auch nicht zum Thema gehören -, von einem bestimmten Vorfall zu berichten. Denn auch darin treten gewisse innere Kräfte Martins zutage, und die staunenswürdige Begebenheit verdient es, der Nachwelt als warnendes Beispiel, überliefert zu werden, für den Fall, dass irgendwo einmal gleichartiges geschieht.

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