Der Martinusmantel auf seinem Weg durch die Erzdiözese Freiburg …

… In Kraichtal-Landshausen

Der Abschluss des wunderschönen gemeinsamen Tages der Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg am Mittwoch war das Abendgebet mit Herrn Erzbischof Stephan Burger, Bischof Gebhard Fürst und Herrn Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic in der Martinskirche  in Kraichtal-Landshausen. Die kleine Kirche konnte die vielen Gäste beider Diözesen kaum fassen. Kinder mit Laternen holten die Bischöfe am Pfarrhaus ab und zogen mit ihnen gemeinsam feierlich in die Kirche ein. Als Ergänzung zum künstlerischen Martinsmantel hatten auch die Kinder Bilder gefertigt und damit einen eigenen Martinsmantel gestaltet. Der Kirchenchor Landshausen unter der Leitung von Rigobert Brauch hat sicherlich sehr dazu beigetragen, dass sich der Heilige Martin ebenfalls über diesen schönen Festabend in der nach ihm benannten Kirche freuen konnte. Nach dem Abendgebet waren noch alle in das Gemeindehaus eingeladen, wo es – wenn auch auf engem Raum – viele schöne Begegnungen gab. Auch den Verantwortlichen der jeweiligen Tagesereignisse war die Erleichterung anzumerken, als sie bei Waffeln, Fleischkäs oder Käsebrötchen gemeinsam entspannten. Leider fuhren die Busse zurück in die Diözese Rottenburg allzu früh, wenn auch zum vorgesehenen Zeitpunkt, so dass man die Pilger sich von einander verabschiedeten mit dem Wunsch, bald wieder ein diözesanübergreifendes Pilgerereignis zu erleben.

… In Bruchsal, Hambrücken und Philippsburg

Am Donnerstag 27. Oktober hatte der Martinsmantel eine statio im Andachtsraum des Caritasverbandes Bruchsal. Denn der Martinusweg war dort von Anfang an ein besonderes Anliegen und wurde von Dekanat Bruchsal und Caritasverband Bruchsal gemeinsam realisiert.  Dann bezog der Mantel sein Standquartier neben dem Tabernakel  in der Hauskapelle der Brüder vom Gemeinsamen Leben im Kloster Waghäusel. Früh am nächsten Morgen , dem Freitag 28. Oktober trafen Barbara Gitzinger und Constantin Weyrich in Hambrücken am Kindergarten St. Martin ein. Im Gepäck hatten sie natürlich den Martinsmantel, der von den Kindern der vier Gruppen sowie ihre Erzieherinnen mit Spannung erwartet wurde. Die Kinder, welche die Geschichte des Mantelteilers schon bestens kannten, erkannten den Jubiläumsmantel sofort und konnten sich sehr an der besonderen Ausgestaltung erfreuen. In ihrem schönen Begrüßungslied teilten die Kinder bereits Glöckchen und Schellenbänder miteinander, und jedes gab, nachdem es geklingelt hatte, sein kleines Instrument an den Nachbarn oder die Nachbarin weiter. Nachdem der Martinsmantel bestaunt war und auch der Weg dieses Mantels durch Europa auf einen großen Landkarte verfolgt war, wurde eine Martinsgeschichte gelesen und erzählt. Gespannt hörten die Kinder zu und setzen das Teilen anschließend nochmal in die Tat um, indem sie liebevoll Gebäckstücke miteinander teilten. Schön, wie sich der Kindergarten auf das Ereignis vorbereitet hatte und somit den Mantel ein Stück auf seinem Weg begleitete.

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… In  Waghäusel

Am späten Nachmittag trafen der Mantel, Barbara Gitzinger und Constantin Weyrich in Philippsburg ein. Das neu konzipierte und im Bau befindliche  Seniorenzentrum St. Martin bereitet sich schon in der Entstehung  darauf  vor, ein echter Ort der Spiritualität des Heiligen Martin zu werden. Hier wächst mit dem Bau auch der Ort des Teilens und wird in jeder Phase schon realisiert und mit Leben gefüllt, woran das bestehende Seniorenhaus St. Franziskus  sich unterstützend beteiligt. So konnte es auch mit dieser außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte in das Netzwerk Orte des Teilens aufgenommen werden. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  des Seniorenzentrums St. Franziskus, deren Kinder, sowie vom Vorstand des Caritasverbandes Herr Albert Wild und  Frau Sabina Stemann-Fuchs wohnten dem kleinen Festakt am Bauzaun des neuen Seniorenzentrums bei. Constantin Weyrich erklärte die Symbolik des Mantels und durfte im Namen des Vorstandes der Martinusgemeinschaft das Schild Ort des Teilens an die Bereichsleiterin Frau Tanja Brucker  übergeben. Nach einem Pilgerzug von der neuen zur bestehenden Einrichtung war dort die Möglichkeit zur Begegnung bei Gebäck und Getränken. Für die Kinder wurde ein Buch der Martinsgeschichte von Frau Stemann-Fuchs spannend in Szene gesetzt, und auch ein Malworkshop war vorbereitet. Die Erwachsenen tauschten sich derweil aus über ihre eigenen Erlebnisse und Erinnerungen mit dem Heiligen Martin in der früheren Zeit. So war auch hier, in dem Teilen von Zeit und Nähe der Anwesenden, der Heilige Martin ganz spürbar und  lebendig dabei. Ein toller Tag neigte sich dem Ende zu, vielen Dank allen die so viel vorbereitet haben.

Am Samstag sollte nun der Mantel in die Diözese Speyer verabschiedet und somit der nächste Abschnitt der Mittelroute eröffnet werden. Den passenden Rahmen bildete ein Gottesdienst in der Marienwallfahrtskirche in Waghäusel. Die Brüder vom Gemeinsamen Leben für die Erzdiözese Freiburg und Domkapitular Franz Vogelgesang für die Diözese Speyer zelebrierten eine durch den Gesang des Wallfahrtschores besonders feierlich ausgestaltete Messe. Domkapitular Vogelgesang zeigte in seiner Predigt die Bedeutung eines solchen Weges für das diakonische Handeln, die Pastoral und die daraus erwachsende Möglichkeit für Europa auf. Nach der Eucharistie verabschiedete Pater Robert Maria den Mantel aus der Erzdiözese. Mit der brüderlichen Geste einer herzlichen Umarmung übernahm ihn Domkapitular Franz Vogelsgesang für das Bistum Speyer. Als neue Wegmarke der Freiburger enthält der Mantel nun auch eine Hülle mit Steinpartikeln des Freiburger Münsters aus der Münsterbauhütte sowie ein Caritaszeichen.

Überraschend für beide Hauptzelebranten wurde zum Abschluss ein von der Künstlerin Helma John eigens für diesen Anlass gemaltes doppeltes Ikonenbild überreicht und geteilt. Auf dieser Darstellung der Mantelteilung, hineingestellt in eine runde Form als Zeichen der Eucharistie,  ist in der Figur des Martin auch ein kleines Bildnis des Bettlers angelegt, in der Figur des Bettlers auch ein kleines Bildnis des Heiligen Martin. Sinnbild dafür, dass jede und jeder von uns  immer beide Aspekte  in sich trägt. Sind wir Gebende wie Martin, so sind wir dennoch auch Bedürftige. Sind wir Bedürftige wie der Bettler, so haben wir doch auch etwas zum Geben und zum Teilen. So konnten die Repräsentanten beider Diözesen ein geteiltes und doch jeweils in sich vollständiges Bild als Gabe annehmen. Versinnbildlicht wurde in der geteilten Doppelikone auch die Verbindung durch den gemeinsamen Glauben und die gemeinsame Geschichte des ehemals der Diözese Speyer angehörenden Gebietes um Waghäusel.

Nun ging der Martinsmantel seine Pilgerreise durch die Diözesen an der Via Sancti Martini weiter, hinüber über den Rhein in Richtung Speyerer Dom.

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Martinsikone gemalt von Helma John

 Barbara Gitzinger und Constantin Weyrich

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