Martins Rock in Trier – 10.11.

Am 10. November war der Martinusmantel in Trier unterwegs. Zwischen 371 und 386 weilte der hl. Martin mehrfach in Trier gemäß der Lebensbeschreibung seines zeitgenössischen Biografen Sulpicius Severus. Bibelkundig orientiert sich Sulpicius Severus in seiner Vita Martini am Leben Jesu: Martin ist für ihn so etwas wie ein „zweiter Christus“. Wie auch andernorts heilt Martin in Trier betend Kranke und treibt Dämonen aus – wie Jesus Christus.
Am Morgen empfing Bischof Stephan Ackermann den Martinusmantel im Bischofshof und steckte als „Wegmarke“ für das Bistum Trier das Röhrchen in die vorletzte freie Tasche. Darin Ziegelsplitt vom Quadratbau des römischen Kaiserdoms, der 380 fertiggestellt worden war. In der Trierer Bischofskirche hat der hl. Martin 386 eine Nacht im Gebet verbracht – sein Getsemani – bevor er zum Kaiser ging, um das Leben des „Ketzers“ Priszillian und seiner Anhänger zu retten. Seine erzwungene Teilnahme an der Weihe von Bischof Felix an folgenden Tag kann man als den Tiefpunkt seines sonst so strahlenden Wirkens sehen, sein Golgota.
In das Röhrchen hineingegeben auch ein Gebet zum hl. Martin im Sinn der in diesem Jahr zu Ende gegangenen Diözesansynode: „Hl. Martin, du hast in Gallien Landgemeinden gegründet und ihnen Mönche aus deinem Kloster als Pfarrer gegeben, weil die Neubekehrten nicht zum Gottesdienst in die weit entfernten Bischofsstädte gehen konnten. Wir erleben heute, dass es immer weniger Pfarrer gibt, so dass die Räume, die sie zu betreuen haben, immer größer werden. Zu deiner Zeit hast du ein neues Seelsorgemodell erfunden. Gib unseren Seelsorgerinnen und Seelsorgern und den Gläubigen Phantasie und Mut, neue Formen der Vergemeinschaftung im Glauben zu suchen und zu leben, damit das Lob Gottes und die Unterstützung der Notleidenden in unserer Heimat nicht endet. Amen.“
Um 12:00 Uhr war der Martinusmantel dann zum Mittagsgebet und darüber hinaus im Dom zu sehen. Um 18:00 Uhr nahm er schließlich am großen Martinszug der Pfarrei St. Martin teil, wo Weihbischof Jörg M. Peters an der Porta Nigra, durch die der hl. Martin in seinem Leben sicher mehr als einmal geschritten ist, die Kinder aufforderte, dem hl. Martin zu seinem 1700 Geburtstag zu gratulieren. Auf ihren Vorschlag sangen wir miteinander: Happy birthday, lieber Martin… Und der Martinusmantel zog von dort aus mit vor die Pfarrkirche St. Martin zum Martinsfeuer und der Verteilung der Martinsbrezeln, die der Oberbürgermeister gestiftet hatte.
Hans-Georg Reuter

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der Martinsmantel in Trier
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Martin in Trier
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Bischof Ackermann fügt die Wegmarke hinzu
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