Archiv für den Monat August 2017

Tag 2 – ein R(h)einfall und ein Schlüsselerlebnis

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Am zweiten Tag sind Constantin und ich dann an der Wallfahrtskirche in Waghäusel aufgebrochen. Dank der wiederum sehr guten Beschilderung von Marianne Huber kamen wir gut voran und konnten uns auch ohne Landkarte gut orientieren. Beschreibung und Beschilderung haben uns wunderbar geleitet. Vorbei am Freizeitzentrum Ehrlichsee kamen wir am Rande von Oberhausen an einer ersten Fieberkapelle vorbei, die uns am Wegesrand zu einer kurzen Pausen einludt. Weiter ging es in Richtung Rheinhausen, wo wir direkt die Kirche St. Laurentius ansteuerten, die uns mit offenen Türen empfing. Leider mussten wir dann von Barbara erfahren, dass die Rheinfähre nur Freitag bis Sonntag fährt, so dass wir den längeren Weg auf dem Damm oberhalb des Rheins wählten. Ein kurzes Stück konnten wir sogar sehr schön direkt am Rhein entlang gehen, bevor wir dann nach ca. 12 Kilometern die Salierbrücke über den Rhein erreichten. Zum ersten Mal sahen wir den Speyrer Dom direkt vor uns und erreichten nach Überschreiten der Brücke Rheinland-Pfalz, die Heimat des 1. FC Kaiserslautern, was insbesondere Achim erfreute. In Speyer gingen wir direkt zum Dom und konnten so noch dem Hochamt zum Feiertag Maria Himmelfahrt beiwohnen. Domkapitular Franz Vogelgesang, der aktuell den Martinusweg in Speyer erarbeitet, zog direkt an uns vorbei. Nach der Messe stärkten wir uns bei Nordsee in der Altstadt, wobei Constantin hier fast seinen Schlüssel vergessen hätte, wenn nicht ein älterer Herr ihn darauf aufmerksam gemacht hätte. In der Touristeninformation kannte man zwar den Martinusweg (noch) nicht (-weil es diese hier noch gar nicht offiziell gibt – aber bald!), aber die Dame von der Info half uns sehr kompetent mit zwei Landkarten aus, die sich in der Folge als großes Geschenk erwiesen. Weiter ging es durch das Altportel-Tor in die Randbezirke der Stadt nach Dudenhofen, wo wir sehr schön am Speyerbach entlang pilgerten und uns dann in den Wohngebieten verliefen, aber Dank der Karten auch wieder zurück auf den rechten Weg fanden. Übers offene Feld pilgerten wir vorbei an Spargel-, Erdbeere und Zuchinifeldern nach Harthausen. In der Kirche Sankt Johannes Baptist beteten und sangen wir und entdeckten ein schönes Glasfenster mit einem Bild von Sankt Martin. Weiter ging es durch Wälder und über Felder nochmals etliche Kilometer nach Geinsheim. Im Wald entdeckten wir immer wieder Schilder mit der Aufschrift „Goise“ und wussten nicht, was das zu bedeuten hatte. Die Lösung erfuhren wir später: Geinsheim heißt auf pfälzisch „Goise“. Unser Ziel war zuerst die Bäckerei Geithel, die eben schon schließen wollte, wo wir dann aber doch noch sehr leckere Apfeltaschen von der freundlichen Verkäuferin bekamen. In der Kirche Sankt Peter und Paul beteten wir zum Abschluss und dankten für die zwei Tage und 64 Kilometer unseres Pilgerns auf dem Martinusweg. Auf die Minuten pünktlich kam dann Barbara Gitzinger uns abholen und den Rest des Abends verbrachten wir in Hambrücken beim Inder. Hier hatte uns Barbara nicht zu viel versprochen: es war wirklich sehr gut.
Fazit: zwei sehr lohnende Etappen, die bis zur Grenze nach Speyer sehr gut ausgeschildert und im Internet beschrieben sind. Ab Speyer ist die Beschreibung im Moment in Bearbeitung und noch nicht veröffentlicht, aber auch hier kamen wir dank Landkarten gut voran.

Achim Wicker

 

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Achim Wicker und Constantin Weyrich auf dem Weg von Bruchsal nach Waghäusel

Nachdem sich die Pilger aus Balingen und Bietigheim beim Tafelladen in Bruchsal trafen, ging es zum Sitz des Caritasverbandes Bruchsal. Hier wurden wir herzlich von Barbara Gitzinger empfangen, die uns Tee, Kaffee und sogar Kakao anbot. Neben einem lieben Empfang und einem Gespräch gab sie uns noch eine kleine Stärkung mit auf den Weg. Besonders freundlich wurden wir auch von Frau Stemann-Fuchs, Vorstand des Verbandes begrüßt. Schön war es für uns zu sehen, dass das Engagement und das Interesse am Martinusweg beim Caritasverband in Bruchsal vom Vorstand mitgetragen und unterstützt wird. Vielen Dank für den herzlichen Empfang. Über die Stadtkirche und das Schloss in Bruchsal kamen wir vorbei an der Landesjustizanstalt und zum Itzelhaus, einem stationären Wohnheim für Menschen in akuten Notlagen, einem Ort des Teilens. Unser Weg führte uns weiter nach Forst, wo wir in der Kirche St. Barbara einen ersten Stopp machten. Am Tier- und Vogelpark begleiteten uns Ziegen und Kängurus ein Stück des Weges. Der Weg führte nun durch den Wald, was wegen der hohen Temperaturen gut für uns war. Der gut ausgeschilderte Weg leitete uns nach Hambrücken, wo wir vor der Kirche St. Remigius unsere Mittagspause machten. Ein Telefonat mit Andreas Nick sicherte uns die Wegkarten für die nächste Etappe im Bistum Speyer. Die Kirche selbst, für Rottenburger Verhältnisse eine halbe Kathedrale, hieß uns mit ihrem Hochaltar willkommen. Ihr Patron Remigius soll einst in Reims, welches auch am Martinusweg liegt, durch die Taufe von König Chlodwig und 3000 weiteren fränkischen Adeligen die Christianisierung Mitteleuropas vorangebracht haben. Nach der Stärkung machten wir uns auf, um nach Wiesental zu gelangen. Eine willkommene Abkühlung konnten wir im Einkaufszentrum von Wiesental bekommen. In der Jodokuskirche in Wiesental befindet sich das größte Weihrauchfass der Welt, zudem ist Jodokus neben Jakobus der Patron der Pilger. Besonders gewundert haben wir uns über den Seppl-Herberger-Ring in Wiesental, war hiermit der ehemalige Fußballbundestrainer geehrt und ein Fehler unterlaufen, oder gab es einen anderen Josef Herberger, dessen Spitzname Seppl war? Wikipedia bot des Rätsels Lösung, Sepp wurde in seiner Mannheimer Zeit Seppl genannt, somit war doch dem legendären Trainer ein Denkmal gesetzt. Das letzte Stück des Weges führte uns über den Ort Waghäusel vorbei am Schwimmbad zum Kloster Waghäusel, wo schon die Vorbereitungen für das Patrozinium an Maria Himmelfahrt in vollem Gange waren. Wir konnten den Weg zur nächsten Bushaltestelle erfragen und kamen von dort zurück nach Bruchsal, wobei wir exakt jeden Ort wieder durchfuhren.

Constantin Weyrich