Alle Beiträge von Werner Redies

21.09.2017 – Wir sind am Ziel!

Heute haben wir unser Ziel, die Gruft des heiligen Martin in der Basilika in Tours erreicht. Herzlich wurden wir von den Ordensschwestern begrüßt. Eines unserer Anliegen, die Erlaubnis zum Abdruck des Bildes „Saint Martin umarmt einen Aussätzigen in Paris“ haben wir sofort erhalten. Nach dem stillen Gebet am Grab haben wir an einer von den Schwestern sehr schön gestalteten Euchariefeier teilgenommen. Schließlich wurden wir noch zu einem sehr guten, natürlich mehrgängigen Mittagsmahl eingeladen. Schließlich kam es noch zu einer Begegnung mit dem Pfarrer der Basilika und mit den Priesteramts-Kandidaten von Tours.
Wir gingen dann noch zur Kathedrale und von dort zum Bahnhof und fuhren zurück nach Ligugé, nahmen am Vesper-Gebet Teil und trafen uns noch mit einem Bekannten in Portier. Morgen wollen wir nach der Laudes zurück fahren, um noch nach Oberschwaben zu kommen.
Werner Redies, Eugen Engler

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18.09. 2017 – Am Abend in der Pizza Ranch

Wir pilgern derzeit kleine Tagestouren, Eugen würde leicht die dreifache Strecke zurücklegen zumal er heute vom heiligen Eugen bei der Kirchenfenster-Begegnung enorme Kraft verliehen bekam, ein Glück für mich, dass der heilige Martin für die Besserung meines rechten Fußes samt Knöchel gesorgt hat. Nun ein Foto könnte ich trotzdem von ihm machen. Das ist nicht einfach, denn er scheut die Kamera!  Morgen hoffe ich, dass wir wieder in der Domain Saint MARTIN             sind, denn es wird Zeit dass wir uns dem Ziel nähern.

Ohne Zensur von Eugen

Werner Redies

15. 09. 2017 – Ein guter Start, bei traumhaftem Pilgerwetter

Nach einer guten Nacht bei den Benediktiner der Abtei Saint Martin in Ligugé und der Feier der Laudes zusammen mit den für deutsche Augen erstaunlich jungen Mönchen vom europäischen und afrikanischen Kontinent, haben wir mit einem niederländischen Radpilger und einem jungen tschechischen Fußpilger nach Santiago de Compostela unser Frühstück eingenommen und hatten gute Unterhaltung. 
Kurz vor neun Uhr sind wir dann aufgebrochen und hatten bis Poitiers herrlichen Waldweg und auch durch die Stadt führte der Weg durch eine Parkanlage. Bei einer der letzten Parkbänke gab es eine kurze Rast. Wir saßen noch nicht richtig kam eine Dame mit einem Golden Retriever und nahm mit uns das Gespräch auf. Schon nach wenigen Worten zeigte sie Interesse am Martinusweg und bat um Informationen und die Internetanschrift. Gerne würde sie mit dem Hund sich auf den Weg begeben, doch wir wie auch sie haben das im Hinblick auf die Quatierfrage als schwierig angesehen.

Auch der Weg von Portier hinaus war angenehm, doch dann kam sehr viel Landstraße, da mit Blick auf mein geringes Training 22 km am ersten Tag genügen sollten. So waren wir schon um 15:30 im einfachen „hotelF 1 in Chasseneuil ein wenig abseits von unserer Strecke, die sich am Jakobsweg orientiert, da von Ligugé nach Tours es keinen Martinusweg gibt, obgleich das dort zwei eigentliche Orte des Heiligen sind. Nach Poitiers ging Martin nachdem er den Militärdienst in Worms beendet hatte, um beim Ersten Bischof von Poitiers, dem heiligen Hilarius in die Geistliche Schule zu gehen. Nach seinen Orientierungsjahren hatte der Heilige Martin die Absicht alleine in einem ehemaligen römischen Landgut, das ziemlich zerfallen war, alleine zu leben. Doch sehr schnell kamen junge Männer, die sich an ihm orientiert haben und so entstand das erste abendländische Kloster, eben in Ligugé, freilich noch ohne geschriebene Regel. Von da aus verbreitete sich der Gute Ruf des Heiligen Martin und darum wollten ihn die Bürger von Tours als Bischof.
Werner Redies, Eugen Engler

09.06.2017 – Eine harmonische Pilgergruppe – ein Geschenk!

Von solch einer harmonischen und zufriedenen Gruppe träumen alle Verantwortlichen von Gruppenreisen. Solch Traum ist bei der Pilgerreise der Sankt Martinusgemeinschaft nach Szombathely und Eisenstadt Realität geworden. Menschen aus drei Nationen, Ungarn, Österreicher und Deutsche, mit erheblichem Altersunterschied, in ihrer Mitte einen Blinden, sind heute von Donnerskirchen nach Eisenstadt gepilgert. Eine erste Freude war heute in der Frühe, dass der Pfarrer der Sankt Martinskirche in Szombathely, also der Geburtskirche des Heiligen Martin, Janos Schauermann, zu uns nach Sopron kam und die ungarische Gruppe verstärkte. Die Österreicher bekamen auch Verstärkung, da war es dann gleich der Generalvikar, Prälat Martin Korpitsch, doch erst am Nachmittag, denn er war im Süden der Diözese Eisenstadt gefordert, doch pünktlich, zum Abschluss unseres Pilgerweges mit einer Eucharistiefeier im Dom war er da und ist dieser vorgestanden und hat uns mit seiner Ansprache zur Lesung aus dem Buch Tobit wunderbar bereichert.

Nach Donnerskirchen sind wir mit dem Bus gefahren, dort haben uns die österreichischen Freunde in der Bergkirche Sankt Martin erwartet. Mit einem kleinen geistlichen Impuls, im Schatten der Kirche, haben wir unsere Pilgerstrecke des heutigen Tages begonnen. Hannes Artner hat dann ein ‚ganz ebene Strecke‘ angekündigt, wohl um uns Mut zu machen; freilich ganz so eben wie das Baltringer Wiesental war dann die Strecke doch nicht. Durch eine wunderbare Walstrecke sind wir gepilgert und die Spitzenreiter haben immer wieder auf die älteren Semester gewartet, sodass die Gemeinschaft wunderbar erlebt werden konnte. Natürlich hat der gedeckte Tisch, am Rande des Waldes, dieses Erlebnis noch intensiviert. Dafür Karl und Laci mit ihren Service-Fahrzeugen ein herzliches Vergelts Gott! Eisenstadt, unser Tagesziel konnten wir schon sehen, freilich der Weg war noch mühsam bis zum Ziel, dem kleinen aber sehr schönen Dom. Um unser Ziel zu erreichen bedurfte es der Orientierung, die bekamen wir mit einem Impuls über die Jahre der Orientierung, die der heilige Martin durchlebt hat, mit einem Text, den Alexander Schwab, einer unserer jüngeren Pilger uns vorlas und der Ermunterung durch das Lied „Wohl auf mit hellem Singen“. Nach einer guten Stunde, vorbei am Haus der Residenz der Burgenländischen Landesregierung und der Martinskaserne sind wir wohlbehalten am Dom angekommen und haben dort den Herrn, nicht nur des Domes, Jesus Christus, mit einem Gebet gegrüßt und des Heiligen Martins mit einem Gebet aus der Feder von Papst Benedikt, emeritus, ein Geschenk an die Diözese Eisenstadt, gedacht. Danach war Freizeit, für junge Schnellläufer reichte es zum Geburtshaus von Hayden, für andere nur in die Fußgängerzone zu einem Eis, Kaffee oder zum Einkauf von Mitbringseln.

Nach der Eucharistiefeier hat uns Generalvikar Korpitsch noch den Dom erklärt. Schon der pastellfarbene Teppich in 150 Tönen, die an die 150 Psalmen erinnern, verzaubert den Raum zusammen mit den herrlich leuchtenden Glasfenstern. Schließlich waren wir noch im Keller des Bischofshauses zu einem Umtrunk eingeladen. Dort könnten wir uns für die so große Gastfreundschaft bei Prälat Korpitsch, Hannes Artner und seinem Chef Karl, sowie allen ihn begleitenden Österreichern bedanken und ebenso bei Pfarrer Schauermann und Gyöngyi Derksen mit Laci und den anderen ungarische Damen. Ein Gruppenfoto unter der großen Martinsstatue und weitere Fotos vor der, an die Werke der Barmherzigkeit erinnernden Wand, vor dem Bischofshaus haben schließlich das Abschied nehmen erleichtert, denn die Fotos werden an Tage erinnern, nicht nur zum letzten Tagesziel, sondern auch an das Lebensziel, dem Eingeladen-Werden, das Tor des Himmlischen Jerusalems, zu durchschreiten wie es auf dem Hauptportal des Domes dargestellt ist.
Werner Redies, Achim Wicker

07.06.2017 – Sonne – Mineralwasser – Freunde – Polizist – Martinskirchen – Pfarrer – Organist

In Sopron sind wir heute, an einem herrlichen, luftigen Tag in guter Stimmung gestartet. Kophaza war unser erstes Ziel. In der Sankt Martinskirche hat uns eine Schulklasse erwartet, die auch bei der Einweihung des Martinsweges mitgewirkt hatte. Leider musste die Lehrerin mit den Kindern vor unserem morgendlichen Impuls zum Unterricht in die Schule, doch mit einem Pin zum Martinsweg konnten wir die Kinder noch erfreuen. Hier an der Kirche haben in unsere österreichischen Freunde, Johannes Artner und seine Mitstreiter beim Ausbau des Weges und der Verehrung des Heiligen Martin, begrüßt.Hier haben wir uns dann zu Fuß auf den heutigen Weg mit 25 Kilometer begeben. Doch es gab zunächst einen Umweg, denn das Schengener Abkommen ist ausgesetzt, sodass wir mit Personalausweisen ausgestattet sein mussten. Der kundige und freundliche Polizist erkannte uns als Martinuspilger, begann gleich ein Gespräch mit uns und forderte keine Ausweise von uns. Ihm ein großes Lob für die Freundlichkeit, denn das war ein Beitrag zur Einheit Europas, denn darum geht es beim Martinusweg. Der heilige Martin ist die Symbolfigur zu Beginn des werdenden Europas.

Kurz nach der Grenze gab es erfrischendes, prickelndes Mineralwasser und das kostenlos. So waren wir für gut, mit dem Wichtigsten, Wasser, für die Tagestour ausgestattet.

Es ging zunächst durch einen schönen, schattigen Weg über Feldwege, an Weinstöcken, Gerstenfeldern vorbei, rechts von uns auf der Höhe zu Ungarn stand noch ein alter Wachturm, der als Mahnmal erhalten wird.

Laci und Karl, der Chef von Johannes brachten uns zur Mittagspause in Ritzing, ganz nach Wunsch, Käse und Leberkäswecken und erntefrische, grüne Paprika, natürlich auch noch Getränke.

Es kam nun nach der wohltuenden Mittegspause eine weniger angenehme Strecke auf einer stark befahrenen Straße. Ich konnte diesen Wegabschnitt „leider“ nicht mitgehen, da meine Beine nach einer Pause verlangten. Mit den Fahrern unserer beiden Begleitfahrzeugen und zwei ungarischen Damen, natürlich nicht in meinem Alter, denn Damen sind immer jünger, haben wir einen Kaffee getrunken, danach war ich wieder fit und konnte die restliche Wegstrecke nach Markt Sankt Martin gut mitgehen. Dort erwartete uns der Pfarrer, Johannes, der offensichtlich für die Menschen, die Kirche und den Martinsweg ein großes Herz hat. Christus erkennen in jeder Situation und bei jeder Begegnung, wie Sankt Martin, scheint auch sein Anliegen zu sein, den er reichte uns Pilger zunächst frisches Wasser und stärkenden Wein.

Danach entbot er uns einen herzlichen Gruß in der, schönen, zwar nicht großen Martinskirche, die am Schnittpunkt des panonischen Martinsweges mit der mitteleuropäischen Martinsroute liegt. Mit einem Impuls zu Martin, dem Bischof und einem Gebet haben wir unseren Pilgertag abgeschlossen. Herrliches Orgelspiel von unserem Vorstandsmitglied Constantin hat alle begeistert. Dem Pfarrer überreichte Achim Wicker noch Gastgeschenke, danach ging es mit dem Bus zurück nach Sopron und Andreas versorgte, nach Wunsch, die Pilger noch mit Forint und nicht wie Achim frech meint, zu überhöhtem Wechselkurs, sondern mildtätig, ganz im Sinn des Heiligen Martin.

Werner Redies, Andreas Nick