Von Trier nach Luxemburg – 12.11.

Am Freitag war der Martinusmantel unterwegs in drei Martinsgemeinden der Pfarreiengemeinschaft Schweich: am Morgen in der Kindertagesstätte St. Martin in Fell, am Mittag in Schweich im Altenheim St. Josef und anschließend im Café Miteinander und am Abend zur Eröffnung des Martinszugs in der Kirche St. Martin in Riol. Am Samstag begleiteten etwa 40 Pilgerinnen und Pilger den Mantel zur Übergabe an das Erzbistum Luxemburg. Ein Bus sammelte sie an den drei Trierer Martinspfarreien ein. In Trier-Zewen wurde die Wallfahrt in der Pfarrkirche St. Martinus eröffnet. Constantin Weyrich stellte den Europäischen Kulturweg als Pilgerweg vor und Frau Monika Bucher deutete den Martinusmantel. Sodann überreichten sie Pfarrer Hohn die gusseiserne Platte „Via Sancti Martini“ als einen stabilen Hinweis auf den Martinsweg. Prälat Gebert von DiCV Trier sprach den Pilgersegen, nachdem Hans-Georg Reuter an Martins letzten Aufenthalt in Trier erinnert hatte und erklärte, warum der hl. Martin die Stadt 386 von Gewissensbissen gequält in Richtung Luxemburg verlassen hatte. Um den Weg ein wenig abzukürzen, brachte der Bus die PilgerInnen nach Igel. An der Igeler Säule, einem römischen Grabdenkmal an der alten Römerstraße, begann der knapp zweistündige Fußweg. Es ging auf halber Höhe durch das landschaftlich reizvolle Moseltal. Unterwegs gab es spirituelle Impulse, etwa am Grutenhäuschen, einem Grabtempel aus dem 3. Jahrhundert (so möchte man sich die „Kapelle“ über Martins Grab auf dem Friedhof in Tours vorstellen). Auf der Brücke über die Sauer, die die Bistums- wie auch die Staatsgrenze darstellt, begegneten sich die Abordnungen von Trier und Luxemburg und geleiteten den Martinusmantel zur Martinskirche in Wasserbillig. Nach der Begrüßung durch Mireille Sigal – Präsidentin des Vereins „Frënn vum Mäerteswee – Itinéraire Saint Martin au Luxembourg a.s.b.l.“ – und Grußworten der Vorsitzenden der Martinusgemeinschaft übergab Prälat Franz-Josef Gebert den Mantel an den Luxemburger Dompropst Georges Hellinghausen. In kurzen Ansprachen würdigten beide den hl. Martin und seine Bedeutung für Europa, gerade in unserer Zeit. Mireille Sigal fügte als Wegmarke für das Erzbistum das Röhrchen gefüllt mit Erde vom Hellegesteen in Niederanven samt dem Textauszug aus dem 3. Dialog des Sulpicius Severus in den Martinusmantel ein – Erinnerung an Martins Tröstung durch einen Engel in Andethanna. Es folgte eine kurze Andacht und dann gab es gute Begegnungen bei Kaffee und Kuchen, Martinsbrezeln und Wein im Seniorenheim in der Nähe der Kirche. Die Mittelroute des Europäischen Kulturwegs St. Martin (von Szombathely bis Tours) ist damit eröffnet, die via Treverorum aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst (hoffentlich schläft sie nicht wieder ein!). Jedenfalls ein Tag, der allen Beteiligten in guter Erinnerung bleibt!

Hans-Georg Reuter

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Martins Rock in Trier – 10.11.

Am 10. November war der Martinusmantel in Trier unterwegs. Zwischen 371 und 386 weilte der hl. Martin mehrfach in Trier gemäß der Lebensbeschreibung seines zeitgenössischen Biografen Sulpicius Severus. Bibelkundig orientiert sich Sulpicius Severus in seiner Vita Martini am Leben Jesu: Martin ist für ihn so etwas wie ein „zweiter Christus“. Wie auch andernorts heilt Martin in Trier betend Kranke und treibt Dämonen aus – wie Jesus Christus.
Am Morgen empfing Bischof Stephan Ackermann den Martinusmantel im Bischofshof und steckte als „Wegmarke“ für das Bistum Trier das Röhrchen in die vorletzte freie Tasche. Darin Ziegelsplitt vom Quadratbau des römischen Kaiserdoms, der 380 fertiggestellt worden war. In der Trierer Bischofskirche hat der hl. Martin 386 eine Nacht im Gebet verbracht – sein Getsemani – bevor er zum Kaiser ging, um das Leben des „Ketzers“ Priszillian und seiner Anhänger zu retten. Seine erzwungene Teilnahme an der Weihe von Bischof Felix an folgenden Tag kann man als den Tiefpunkt seines sonst so strahlenden Wirkens sehen, sein Golgota.
In das Röhrchen hineingegeben auch ein Gebet zum hl. Martin im Sinn der in diesem Jahr zu Ende gegangenen Diözesansynode: „Hl. Martin, du hast in Gallien Landgemeinden gegründet und ihnen Mönche aus deinem Kloster als Pfarrer gegeben, weil die Neubekehrten nicht zum Gottesdienst in die weit entfernten Bischofsstädte gehen konnten. Wir erleben heute, dass es immer weniger Pfarrer gibt, so dass die Räume, die sie zu betreuen haben, immer größer werden. Zu deiner Zeit hast du ein neues Seelsorgemodell erfunden. Gib unseren Seelsorgerinnen und Seelsorgern und den Gläubigen Phantasie und Mut, neue Formen der Vergemeinschaftung im Glauben zu suchen und zu leben, damit das Lob Gottes und die Unterstützung der Notleidenden in unserer Heimat nicht endet. Amen.“
Um 12:00 Uhr war der Martinusmantel dann zum Mittagsgebet und darüber hinaus im Dom zu sehen. Um 18:00 Uhr nahm er schließlich am großen Martinszug der Pfarrei St. Martin teil, wo Weihbischof Jörg M. Peters an der Porta Nigra, durch die der hl. Martin in seinem Leben sicher mehr als einmal geschritten ist, die Kinder aufforderte, dem hl. Martin zu seinem 1700 Geburtstag zu gratulieren. Auf ihren Vorschlag sangen wir miteinander: Happy birthday, lieber Martin… Und der Martinusmantel zog von dort aus mit vor die Pfarrkirche St. Martin zum Martinsfeuer und der Verteilung der Martinsbrezeln, die der Oberbürgermeister gestiftet hatte.
Hans-Georg Reuter

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der Martinsmantel in Trier
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Martin in Trier
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Bischof Ackermann fügt die Wegmarke hinzu

14.11.2016- Feierlicher Abschluss des Martinusjahres am 11.11.2016 in Weingarten

Bischof Dr. Fürst hatte zum Abschluss des Martinusjahres – der ein Abschluss mit Doppelpunkt ist, denn auch nach diesem feierlichen Festakt wird der heilige Martin, das betonte der Bischof, im Blickpunkt sein – zahlreiche Gäste eingeladen.In seiner Ansprache hob der Bischof die Bedeutung des Heiligen Martin für Europa hervor. Er bezeichnete ihn als Ikone, da viele Wesensmerkmale des Martin, so sein beispielhaftes Wirken gegenüber Armen, sein mutige Auftreten gegenüber den Mitbischöfen und den Römischen Kaisern, sein Bemühen um klare Erkenntnis und die Wahrheit für die Zukunft Europas sehr bedeutsam sein werden.

Der Festakt wurde musikalisch umrahmt durch Stefan Debeur. Oberbürgermeister Markus Ewald brachte zum Ausdruck, dass das Flüchtlingsprojekt auf dem Martinsberg eine enorme Auswirkung auf die Stadt und das weite Umland hatte. Nach einer Einspielung von zwei Szenen aus dem Film “ Sankt Martin – Soldat – Asket- Menschenfreund“ folgte eine Talkrunde: Aktionen im Martinsjahr. Hier wurde deutlich, dass, so wichtig die Hilfe für die Flüchtlinge ist, die Wohnraumproblematik auch für Alleinerziehende, sozial Schwache und natürlich für Obdachlose von großer Bedeutung ist und Lösungen rasch gefunden werden müssen.
Nach dem Festakt besuchte der Bischof das Martinsspiel auf dem Marktplatz unterhalb der Basilika. Dort warteten trotz kräftigem Regen hunderte von Kindern und Erwachsenen.
Sankt Martin – für Jung und Alt faszinierend nachgespielt
Die rauhe, kalte Wirklichkeit, die dem Bettler bei Amiens beinahe das Leben gekostet hätte, war auf dem Martinsplatz unterhalb der großen Martinsbasilika hautnah von vielen Kindern und Erwachsenen zu spüren. Im Spiel sind wichtige Stationen aus dem Leben des Heiligen vor den Augen der Kinder Wirklichkeit geworden. Hoch zu Ross ritt Martin als römischer Offizier auf den großen Platz und Hunderte von Menschen sangen ein Martinslied, begleitet von Bläsern. Der Reiter ritt im großen Bogen um den Bettler, offensichtlich wollte er wegsehen, doch es kam anders. Das Pferd machte einen Satz, war plötzlich ganz nah am Bettler und plötzlich ging das Wegsehen nicht mehr. Das Herz des Römischen Soldaten Martinus wurde angerührt, er hielt sein Pferd an, teilte seinen Mantel, gab das abgetrennte Stück dem frierenden Bettler und ritt weiter, um sein Nachtquartier aufzusuchen. Mitten auf dem Marktplatz schlief der Soldat Martin und träumte: Er sah Christus im Traum, angetan mit der Hälfte des Mantels, die er dem Bettler gegeben hatte. Als er aufwachte, legte er die Offizierskleidung ab und lebte streng asketisch als Mönch, fast einem Bettler gleich und doch ganz anders, mit Herz für die Menschen, die mit all ihre Sorgen zu Martin kamen.

Die Augen der Kinder wurden immer größer, da ein Gruppe von Ihnen, mit Lampen und Fackel ausgerüstet, sich aufmacht – sie stellten die Bürger von Tours dar – um Martin zu sich als Bischof zu holen. Doch als Martin das merkt, flieht er in einen Gänsestall. Lautes Gänsegeschnatter verriet jedoch Martin und sie machten ihn zu ihrem Bischof. Sie kleideten ihn mit einem festlichen Bischofsgewand und setzten ihm einen Bischofshut, eine Mitra, auf.

Die Kinder wurden noch mit Köstlichkeiten belohnt.

Die Bevölkerung war danach zu einem Festgottesdienst eingeladen an dem zu Beginn Kinder mit ihren Eltern teilnahmen. Die Chöre der Martinsgemeinden von Leutkirch, Wangen und der Chor der Basilika haben den Gottesdienst musikalisch gestaltet, zudem waren alle Martinsgemeinden des Dekanates vertreten und deren Pfarrer zelebrierten mit dem Bischof die Eucharistiefeier, der den Patron der Diözese als Orientierungsgestalt für die Gläubigen der Diözese und für viele Menschen gute Willens in Europa hervorhob.
Werner Redies

Bischof Dr. Gebhard Fürst bei seinem Festvortrag
Die große Rottenburger Martinsfahne

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Podiumsgespräch um Aktionen zum Martinsjahr

Von Mainz nach Trier: mit Lichtern durch die Nacht – 08.11.

In kleinem aber feierlichem Rahmen fand am Dienstag die Übergabe des Martinusmantels von der Diözese Mainz an die Diözese Trier in der Basilika St. Martin in Bingen am Rhein statt. Bei der Martinsstatue im hinter Teil der Basilika wurde der Mantel feierlich übergeben. Josef Albrecht überreichte an den Stadtpfarrer eine gusseiserne Tafel „via sancti martini“ für die Basilika. Geschäftsführer Achim Wicker erläuterte die Entstehung des Martinusweges und den Martinsmantel. Seine erste Station im Bistum Trier war dann noch am selber Abend die Ortschaft Guldental. In der gut gefüllten Kirche St. Jakobus konnte eine Gruppe um Gemeindereferentin Uschi Vogt zahlreiche Gläubige begrüßen. Nach dem feierlichen Einzug des Mantels in die Kirche hielten wir Andacht. Danach ging es mit weit über 100 Pilgern in einer Lichtprozession und dem Martinsmantel durch den Ort zur St. Martinskirche, wo uns bereits eine lichterfüllte Kirche erwartete. Zahlreiche Kerzen brannten auf den Bänken und hießen die kleinen und großen Pilger willkommen. Wieder war es eine Gruppe von Frauen, welche die Andacht eindrucksvoll gestalteten. Im Anschlusss wurden die Pilger in der Kirche verköstigt und bekamen auch den ersten Glühwein des Jahres, um sich aufzuwärmen. Für Josef Albrecht und mich, die wir als Vertretung der St. Martinusgemeinschaft mit dabei sein durften, war dieser Abend ein Erlebnis, das uns erfüllt hat. Hier lebt der Martinsgedanke und hier lebt auch der Martinusweg. Wir wollen uns bei allen Menschen aus Guldental und Bingen bedanken, die dies möglich gemacht haben, namentlich nennen möchten wir Hans-Georg Reuter, unserern unermüdlichen Mitstreiter, Horst Drach vom Generalvikariat und Thomas Klumpp von der Diözese Mainz, für ihren Einsatz für den Martinusweg.

Achim Wicker

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Basilika St. Martin Bingen
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Pilger in Guldental
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St. Martin Guldental

Der Martinusmantel im Bistum Mainz

Nachdem der Mantel aus der Diözese Sypeyer verabschiedet worden war, machte er sich auf den Weg zu dem Ort, an dem der Legende zufolge Martinus eingekerkert worden war, nach Worms. Neben Szombathely ist dies der zweite Ort auf der Mittelroute an dem sich Lebens- und Glaubensspuren des Heiligen treffen. Eine Feierstunde unter der Leitung von Ehrendomkapitular Schäfer begrüßte den Mantel in der Wormser Martinskirche. Diese ist an dem Ort gebaut worden, an dem sich die Einkerkerung infolge des Militäraustritts Martins zugetragen haben soll. Wie es der Zufall so will, wählte ein Bus mit Mainzer Pilgern die Feierstunde als Abschluss ihrer Wallfahrt. Neben zahlreichen Martinsdarstellungrstellungen erwartete die Pilger auch eine Martinsreliquie, die vor dem Altar aufgestellt worden war. Ein besonderes Highlight stellte noch ein Lied dar, im Mainzer Eigenteil des Gotteslobes ist unter Nummer 925 ein eigenes Martinsliedern aufgeführt, welches die Wormser Gemeinde anlässlich des Martinsjubilüums und des anstehendes Patroziniums noch um einige Strophen mit Bezug zu den Wormser Ereignissen erweiterte. Nach diesem so schömen Gottesdienst gab es für uns alle noch die Möglichkeit den Mantel und die Reliquie zu betrachten und dem Ehrendomkapitular Fragen zu stellen. Abgeschlossen wurden der schöne Tag bei der Möglichkeit zur Begenung bei Brezeln und Wein im Gemeindehaus. Ein schöner und ereignisreicher Tag ging zu Ende, der Mantel soll nun weiter nach Mainz reisen und sich dann auf den Weg zu einem weiteren historischen Martinsort machen. Vielen Dank allen, die diese Tage vorberietet hatten und uns so die vielen Erlebnisse und tollen Begegnungen ermöglichten.             Werner Redies und Constantin Weyrich

St. Martin Worms
Ehrendomkapitular Schäfer erläutert die Symbolik des Mantels. Zu seiner Linken der Mantel, zu seiner Rechten die Reliquie
Martinsdarstellung am Portal St. Martin
Der Mantelteiler in der Martinskirche

05.11.2016 – Martinusmantel auf dem Weg von Speyer nach Mainz

Auf seinem Weg durch die Diözese Speyer gelangte der schon reich gefüllte Mantel von Speyer über die Weinstraße und St. Martin nach Obrigheim-Colgenstein zur evangelischen Martinskirche. Die evangelische Pfarrerin, Astrid Waitschies und ihr katholischer Kollege, Martin Tiator, begrüßten die Gäste sehr herzlich und waren erfreut, dass ihr Ort für die Übergabe des Mantels ausgewählt worden war. Der Speyrer Domkapitular, Franz Vogelgesang, hat die Gäste, Domdekan Heinz Heckwolf, Herrn Prälat Werner Redies, den Geistlichen Beirat der Martinusgemeinschaft und deren zweiten Vorsitzenden, Constantin Weyrich willkommen geheißen sowie in die Feier eingeführt und den Weg des Mantels durch die Diözese Speyer geschildert. Prälat Redies von der Martinusgemeinschaft e.V., erklärte die Entstehung des Weges und hob seine Bedeutung für Europa hervor. Der Mainzer Domdekan Heinz Heckwolf leitete die Wort Gottes Feier. Vor der Mantelübergabe an den Mainzer Domdekan fügte Domkapitular Vogelsang noch die Speyrer „Wegmarke“ dem Mantel hinzu, die mit Steinchen vom herrlichen Speyrer Dom und Traubenkernen von Deidesheim sowie einer Beigabe der Caritas gefüllt wurde. Mit einem symbolischen Handschlag überreichte stellvertretend für Speyer der Domkapitular den Mantel an seinen Mainzer Kollegen zur Weiterreise durch das Bistum Mainz um über Trier, Luxembourg, Belgien nach Tours in Frankreich zu „pilgern“. Der Mantel hat nun bereits elf Diözesen, viele, viele freundliche und den heiligen Martin verehrende Menschen und schöne und meist auch sehr alte Martinskirchen gesehen. Nun wird er heute an eine historische Stätte kommen, die Wormser Martinskirche, die auf dem Gelände steht, wo das Verließ wahrscheinlich war, in dem der Heilige aus dem Herr ausscheiden wollte und sich den Zorn des Unterkaisers, Julian, zuzog.
Constantin Weyrich, Werner Redies

Prälat Redies überreicht dem Domdekan Heckwolf und Domkapitular Vogelgesang Pilgerkreuze

Der Martinusmantel auf seinem Weg durch die Erzdiözese Freiburg …

… In Kraichtal-Landshausen

Der Abschluss des wunderschönen gemeinsamen Tages der Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg am Mittwoch war das Abendgebet mit Herrn Erzbischof Stephan Burger, Bischof Gebhard Fürst und Herrn Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic in der Martinskirche  in Kraichtal-Landshausen. Die kleine Kirche konnte die vielen Gäste beider Diözesen kaum fassen. Kinder mit Laternen holten die Bischöfe am Pfarrhaus ab und zogen mit ihnen gemeinsam feierlich in die Kirche ein. Als Ergänzung zum künstlerischen Martinsmantel hatten auch die Kinder Bilder gefertigt und damit einen eigenen Martinsmantel gestaltet. Der Kirchenchor Landshausen unter der Leitung von Rigobert Brauch hat sicherlich sehr dazu beigetragen, dass sich der Heilige Martin ebenfalls über diesen schönen Festabend in der nach ihm benannten Kirche freuen konnte. Nach dem Abendgebet waren noch alle in das Gemeindehaus eingeladen, wo es – wenn auch auf engem Raum – viele schöne Begegnungen gab. Auch den Verantwortlichen der jeweiligen Tagesereignisse war die Erleichterung anzumerken, als sie bei Waffeln, Fleischkäs oder Käsebrötchen gemeinsam entspannten. Leider fuhren die Busse zurück in die Diözese Rottenburg allzu früh, wenn auch zum vorgesehenen Zeitpunkt, so dass man die Pilger sich von einander verabschiedeten mit dem Wunsch, bald wieder ein diözesanübergreifendes Pilgerereignis zu erleben.

… In Bruchsal, Hambrücken und Philippsburg

Am Donnerstag 27. Oktober hatte der Martinsmantel eine statio im Andachtsraum des Caritasverbandes Bruchsal. Denn der Martinusweg war dort von Anfang an ein besonderes Anliegen und wurde von Dekanat Bruchsal und Caritasverband Bruchsal gemeinsam realisiert.  Dann bezog der Mantel sein Standquartier neben dem Tabernakel  in der Hauskapelle der Brüder vom Gemeinsamen Leben im Kloster Waghäusel. Früh am nächsten Morgen , dem Freitag 28. Oktober trafen Barbara Gitzinger und Constantin Weyrich in Hambrücken am Kindergarten St. Martin ein. Im Gepäck hatten sie natürlich den Martinsmantel, der von den Kindern der vier Gruppen sowie ihre Erzieherinnen mit Spannung erwartet wurde. Die Kinder, welche die Geschichte des Mantelteilers schon bestens kannten, erkannten den Jubiläumsmantel sofort und konnten sich sehr an der besonderen Ausgestaltung erfreuen. In ihrem schönen Begrüßungslied teilten die Kinder bereits Glöckchen und Schellenbänder miteinander, und jedes gab, nachdem es geklingelt hatte, sein kleines Instrument an den Nachbarn oder die Nachbarin weiter. Nachdem der Martinsmantel bestaunt war und auch der Weg dieses Mantels durch Europa auf einen großen Landkarte verfolgt war, wurde eine Martinsgeschichte gelesen und erzählt. Gespannt hörten die Kinder zu und setzen das Teilen anschließend nochmal in die Tat um, indem sie liebevoll Gebäckstücke miteinander teilten. Schön, wie sich der Kindergarten auf das Ereignis vorbereitet hatte und somit den Mantel ein Stück auf seinem Weg begleitete.

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… In  Waghäusel

Am späten Nachmittag trafen der Mantel, Barbara Gitzinger und Constantin Weyrich in Philippsburg ein. Das neu konzipierte und im Bau befindliche  Seniorenzentrum St. Martin bereitet sich schon in der Entstehung  darauf  vor, ein echter Ort der Spiritualität des Heiligen Martin zu werden. Hier wächst mit dem Bau auch der Ort des Teilens und wird in jeder Phase schon realisiert und mit Leben gefüllt, woran das bestehende Seniorenhaus St. Franziskus  sich unterstützend beteiligt. So konnte es auch mit dieser außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte in das Netzwerk Orte des Teilens aufgenommen werden. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  des Seniorenzentrums St. Franziskus, deren Kinder, sowie vom Vorstand des Caritasverbandes Herr Albert Wild und  Frau Sabina Stemann-Fuchs wohnten dem kleinen Festakt am Bauzaun des neuen Seniorenzentrums bei. Constantin Weyrich erklärte die Symbolik des Mantels und durfte im Namen des Vorstandes der Martinusgemeinschaft das Schild Ort des Teilens an die Bereichsleiterin Frau Tanja Brucker  übergeben. Nach einem Pilgerzug von der neuen zur bestehenden Einrichtung war dort die Möglichkeit zur Begegnung bei Gebäck und Getränken. Für die Kinder wurde ein Buch der Martinsgeschichte von Frau Stemann-Fuchs spannend in Szene gesetzt, und auch ein Malworkshop war vorbereitet. Die Erwachsenen tauschten sich derweil aus über ihre eigenen Erlebnisse und Erinnerungen mit dem Heiligen Martin in der früheren Zeit. So war auch hier, in dem Teilen von Zeit und Nähe der Anwesenden, der Heilige Martin ganz spürbar und  lebendig dabei. Ein toller Tag neigte sich dem Ende zu, vielen Dank allen die so viel vorbereitet haben.

Am Samstag sollte nun der Mantel in die Diözese Speyer verabschiedet und somit der nächste Abschnitt der Mittelroute eröffnet werden. Den passenden Rahmen bildete ein Gottesdienst in der Marienwallfahrtskirche in Waghäusel. Die Brüder vom Gemeinsamen Leben für die Erzdiözese Freiburg und Domkapitular Franz Vogelgesang für die Diözese Speyer zelebrierten eine durch den Gesang des Wallfahrtschores besonders feierlich ausgestaltete Messe. Domkapitular Vogelgesang zeigte in seiner Predigt die Bedeutung eines solchen Weges für das diakonische Handeln, die Pastoral und die daraus erwachsende Möglichkeit für Europa auf. Nach der Eucharistie verabschiedete Pater Robert Maria den Mantel aus der Erzdiözese. Mit der brüderlichen Geste einer herzlichen Umarmung übernahm ihn Domkapitular Franz Vogelsgesang für das Bistum Speyer. Als neue Wegmarke der Freiburger enthält der Mantel nun auch eine Hülle mit Steinpartikeln des Freiburger Münsters aus der Münsterbauhütte sowie ein Caritaszeichen.

Überraschend für beide Hauptzelebranten wurde zum Abschluss ein von der Künstlerin Helma John eigens für diesen Anlass gemaltes doppeltes Ikonenbild überreicht und geteilt. Auf dieser Darstellung der Mantelteilung, hineingestellt in eine runde Form als Zeichen der Eucharistie,  ist in der Figur des Martin auch ein kleines Bildnis des Bettlers angelegt, in der Figur des Bettlers auch ein kleines Bildnis des Heiligen Martin. Sinnbild dafür, dass jede und jeder von uns  immer beide Aspekte  in sich trägt. Sind wir Gebende wie Martin, so sind wir dennoch auch Bedürftige. Sind wir Bedürftige wie der Bettler, so haben wir doch auch etwas zum Geben und zum Teilen. So konnten die Repräsentanten beider Diözesen ein geteiltes und doch jeweils in sich vollständiges Bild als Gabe annehmen. Versinnbildlicht wurde in der geteilten Doppelikone auch die Verbindung durch den gemeinsamen Glauben und die gemeinsame Geschichte des ehemals der Diözese Speyer angehörenden Gebietes um Waghäusel.

Nun ging der Martinsmantel seine Pilgerreise durch die Diözesen an der Via Sancti Martini weiter, hinüber über den Rhein in Richtung Speyerer Dom.

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Martinsikone gemalt von Helma John

 Barbara Gitzinger und Constantin Weyrich

Schüler mit St. Martin unterwegs

Katholische Fachschule Neckarsulm macht sich auf den Weg zu Sankt Martin Die Katholische Fachschule für Sozial- und Heilpädagogik wird im Jahr 2017 ihr 45-jähriges Jubiläum feiern. Beheimatet in einem Teilbereich des kath. Gemeindehauses St. Paulus soll die Schule für angehende Erzieher aus diesem Anlass einen Namen bekommen, der etwas vom Leitbild der Ausbildung zum Ausdruck bringt. Im 1700. Geburtsjahr des heiligen Martin von Tours 2016 kam der Entschluss, die Fachschule „St. Martin“ zu nennen.
Der offizielle Start des Projektes „Katholische Fachschule Neckarsulm auf dem Weg zu St. Martin 2017“ war die Eröffnung der Mittelroute des europäischen Martinsweges, der von Ungarn nach Frankreich führt. Rund 90 Auszubildende und Lehrer der katholischen Fachschule pilgerten mit Bischof Dr. Gebhard Fürst, dem päpstlichen Botschafter Erzbischof Nikola Eterovic und vielen weiteren Gläubigen die 7 km lange Teilstrecke des europäischen Martinsweges von Schwaigern nach Stetten. Dort fand die Übergabe des Martinsmantels an Erzbischof Stephan Burger und die Delegation aus der Erzdiözese Freiburg statt. Neben den verschiedenen thematischen Impulsen waren die Begegnungen und Gespräche der Pilger untereinander und mit den Bischöfen ein gelungener Auftakt und ein beeindruckendes Erlebnis für die Auszubildenden und Lehrer.
Die Person des heiligen Martin und die dazugehörigen Erzählungen und Bräuche kommen im Unterricht und in jeder Kindertageseinrichtung vor und sind auch in interreligiöser Hinsicht von großer Bedeutung. Die Schule macht sich nun ein Jahr lang auf den Weg zur Namensgebung und wird dabei begleitet von den Elementarpädagogen Prof. Dr. Albert Biesinger und Prof. Dr. Christoph Knoblauch, die dazu verschiedene thematische Unterrichtseinheiten sowie einen Studientag gestalten. Am Martinstag 2017 (11. November) wird Bischof Dr. Gebhard Fürst in einem feierlichen Festakt die Namensgebung vollziehen.kath-fs-neckarsulm-eroffnung-martinusweg-2

Kaufbeuren, Gurkensalat und nasse Pilger – 23.10.

Frühmorgens waren wir von Rottenburg nach Kaufbeuren angereist und wurden dort sehr herzlich empfangen. In einem italienischen Cafe fanden wir bereits vor Öffnung eine gastliche Aufnahme und konnten uns stärken. Feierlich zogen wir danach mit dem Martinusmantel in den Gottesdienst ein. Die Pfarrkirche St. Martin war gut gefüllt und Prälat Bertram Maier hielt eine ausgezeichnete Predigt. Danach sprach Oberbürgermeister Stefan Bosse ein Grußwort und Geschäfsführer Achim Wicker erklärte für die Martinusgemeinschaft die Entstehung und die Idee des Weges. Groß war die Freude, als Prälat Bertram Maier und Pfarrer Bernhard Waltner uns den Mantel überreicht, der nun endlich auch in die Diözese Rottenburg-Stuttgart kommt. Im Pfarrsaal hatten unsere Mitstreiter vom Partnerschaftsverein Kaufbeuren – Szombathely für uns ein leckeres Mittagessen gekocht. Laszlo Kasztner stand selber hinter dem Topf und schöpfte. In den Farben grün, weiß und rot lachte uns der ungarische Gurkensalat an. Wir möchten uns an dieser Stelle sehr bei Laszlo Kasztner, Reiner Hesse und Gerhard Drescher bedanken, die sich in Kaufbeuren so sehr für den Martinusweg engagieren. Weiter ging es unter Leitung von Ulrico Ackermann und Ilga Ahrens von der Caritas nach Memmingen, wo wir in der Wärmestube, einem Ort des Teilens, sehr gut mit Wohnungslosen und anderen Gästen ins Gespräch kamen. Überhaupt wurden wir dort verwundert, aber auch sehr herzlich aufgenommen …. um dann festzustellen, dass wir zwei Straßen weiter im Gebäude der SKM erwartet wurden und wir fälschlicherweie – aber zu Glück – ni der Wärmestube gelandet waren. Beim SKM erfuhren wir viel über die sehr wichtige Arbeit des Verbandes. Weiter ging es nach Buxheim, wo Prälat Werner Redies in der Pfarrkirche St. Peter und Paul eine Statio hielt. Josef Albrecht erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie der Martinusweg entstanden ist.  Am Ende kam noch Pfarrer Altepost dazu und spendete uns den Pilgersegen. Mit der Pilgerfahne voraus machte sich die kleine Gruppe singend und betend auf den Weg in Richtung Diözesangrenze. Noch vor der Iller wurden wir von den ersten Pilgern aus unserer Heimatdiözese begrüßt. Bei Regen ging es dann über den Illersteg und wir kamen bereits nach Arlach, wo Dekan Sigmund F.J. Schänzle und eine kleine Schar Pilger auf unser wartete. Dekan Schänzle hielt mit uns die Statio in der kleinen Kapelle St. Michael in Arlach. Constantin Weyrich führte mit uns allen das Ritual des Teilens durch. Wir durften mit einem anderen Pilger ein Martins M teilen und dann verzehren.

Barbara Weiss vom Bayerischen Rundfunk hat uns den ganzen Tag begleitet und wir freuen uns schon auf den Radiobeitrag.

Achim Wicker, Andreas Nick, Josef Albrecht

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Martinusmantel is coming home – 27.10.

Bischof Fürst und Erzbischof Burger eröffnen Mittelroute nahe Schwaigern

Der Martinus-Pilgerweg zwischen den Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg ist offiziell eröffnet. Mit der symbolischen Übergabe des Martinusmantels vom Rottenburger Bischof Gebhard Fürst an den Freiburger Erzbischof Stephan Burger wurde diese Etappe der „Via Sancti Martini“ am Mittwochabend (26. Oktober) bei Schwaigern (Lkr. Heilbronn) eingeweiht. Der päpstliche Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, war eigens zur Eröffnung angereist. Bereits seit Anfang September wird die neue Mittelroute des europäischen Martinuswegs zwischen Ungarn und Frankreich jeweils an den Grenzen zweier Diözesen eröffnet. Der Weg erinnert an den vor  1.700 Jahren geborenen heiligen Martin, er verbindet Martinskirchen am Weg ebenso wie Orte des Teilens wie beispielsweise Tafelläden oder Kleiderkammern. 2011 eröffnete Bischof Gebhard Fürst den Martinus-Pilgerweg innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart als ersten Martinus-Pilgerweg in Deutschland.

Nuntius Eterovic würdigte das Engagement der Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Initiativen zur Ausgestaltung des Martinswegs. Er betonte, dass Pilgern in Europa eine besondere Bedeutung habe: „Das Beispiel des heiligen Martin lädt Christen heute dazu ein, sich für den Aufbau eines Europas einzusetzen, das tiefe christliche Wurzeln hat“. Der Pilgerweg des heiligen Martin sei Symbol für die Kirche im Aufbruch, sagte Erzbischof Eterovic.

Bischof Gebhard Fürst bezeichnete das Ereignis der Mantelteilung Martins als eine bis heute präsente „Blaupause“ für barmherziges Handeln in der Nachfolge Jesu. Dies sei ein „besonderes Zeichen in einer Zeit, in der wir uns in Europa neu vergewissern müssen, in welcher Spur wir gehen wollen“, sagte Fürst.  Der Martinusweg verbinde Länder und Völker und „ist ein tief in unsere Landschaften eingegrabenes Zeichen gegen Abgrenzung des Eigenen gegen das Fremde, gegen Abschottung und Nationalismus“, betonte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof.

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger stellte die Aktualität der Botschaft des heiligen Martin heraus: „Wir brauchen diesen Anstoß, gerade wenn wir Gefahr laufen, satt zu sein, übersättigt zu sein vom Wohlstand oder der täglichen Informationsflut“, sagte Burger. Denn dadurch „nehmen wir oft kaum noch wahr, was mit den Menschen links und rechts neben uns geschieht“, ergänzte er.

Vor der Übergabe des von der Lörracher Künstlerin Astrid J. Eichin gestalteten Martinsmantels an die Erzdiözese Freiburg, gab Bischof Gebhard Fürst dem Mantel eine „Wegmarke“ mit: In eine der dafür vorgesehenen 22 Taschen steckte er ein Glasröhrchen mit Erde aus der Rottenburger Sülchenkirche. Die Sülchenkirche ist eine der ältesten Martinskirchen im süddeutschen Raum, bei Grabungen wurden christliche Gräber aus dem 6. Jahrhundert entdeckt. „In Erinnerung an die Anfänge der Christianisierung in unserer Region und an das frühe Martinsgedenken möchte ich diese Erde mit auf den Pilgerweg geben“, sagte Bischof Gebhard Fürst.

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