Archiv für den Monat August 2014

Pause

Liebe Interessierte vom Martinusblog – wir verabschieden uns nun voraussichtlich bis 15.9.2014. Dann möchten wir die Tour wieder beginnen, wo wir jetzt, acht Tage früher wie geplant unterbrechen. Danke für die vielen interessanten und sehr wohlwollenden Einträge!

Eugen Engler und Werner Redies

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Der 10.8.2014 ist ein Sonntag und Festtag!

Durch den ganz überraschenden Besuch aus Ungarn waren wir auf den Festtag schon zusätzlich vorbereitet. Zunächst stand natürlich den ganzen Tag unser Geburtstagsjubilar Werner, na ja nicht ganz, im Mittelpunkt. Den auf den ganzen Tag gesehen, musste er diesen Ehrentag mit dem Heiligen Martin teilen.
In schöner Reihenfolge wurde zunächst gratuliert, der Gottesdienst in Zeillern besucht und dann ordentlich und festlich im Gasthaus zum Schlosswirt, Familie Spreitz, gefrühstückt. Der Senior Spreitz versorgte uns wirklich bestens und brachte zum Jubilar einen Sekt.
Mit unseren Freunden aus Ungarn ging es zunächst auf die Suche nach der Martinskirche in Ybbs, die aber in Sankt Martin am Ybbsfeld steht.
Eine wunderschöne Martinskirche mit einem schönen St. Martins Altarbild, ferner rechts im Chorraum einem alten Fresko mit der Mantelteilung und weiteren Bildern und Statuen um den Heiligen Martin. Wir waren uns alle einig, dass der Martinsweg zu diesem Ort führen muss. Dafür sollten wir auf die anstrengende Straßentour bergauf bergab nach Neustadtl und Kollmitzberg verzichten. Hier müssen wir noch nacharbeiten. Danach ging es noch weiter nach St. Martin-Karlsbach. Dort suchten wir aber vergebens eine St. Martinskirche. Was wir fanden war nur ein historischer Glockenturm. Dann fuhren wir in die schöne, historisch geprägte Stadt Enns. Ab dieser Stadt ist vorgesehen den Jakobsweg zu verlassen und auf dem Donausteigweg nach Passau zu gehen. In Enns nahmen wir das Geburtstagsmenü ein und machten einen kleinen Stadtrundgang. Danach wollten wir die uns gemeldete Martinskirche in St. Martin an der Traun besuchen. Das Navigationsgerät kannte den Begriff nicht, aber die moderne Kirche St. Martin in Traun haben wir schließlich trotzdem gefunden. Leider war die Kirche verschlossen und nur ein kleinerer Kirchenraum offen. Wir vermuten in der Kirche hinten über der Empore ein Glasfenster mit einer oder mehren Darstellungen des Heiligen Martins. Das nächste Ziel war nun die Herberge in Linz. Nachdem Werners Knöchel noch immer sehr geschwollen ist waren wir uns einig, heute die Tour zu unterbrechen. Mir kam dieser Gedanke sehr entgegen, da ich dringend nach Hause sollte, da durch den Rücktritt eines Vorstandskollegen ich den Bereich Finanzen bei der „Stiftung Heimat geben“ vorübergehend übernehmen sollte. Bei der Kongregation der Kreuzschwestern in Linz haben wir für die Nacht ein Zimmer bekommen. Als die Schwester registrierten, wen sie beherbergen, wurde die Betreuung noch herzlicher.
Beim Besuch der Kirche in Linz entdeckte unser Jubilar, dass es eine Martinskirche in Linz gibt. Mit Navigation führen wir gemeinsam zu dieser Martinskirche. Diese geht möglicherweise zurück auf das 2. Jahrhundert, erstmals wird sie 799 gemeinsam mit Linz dokumentiert. Im 11. Jahrhundert wird sie als Nischenkirche umgestaltet. Die Kirche war leider nur durch eine Glastüre mit Eisenstäben zu betrachten, vielleicht weil es schon 20 Uhr war. Sicher zeigt ein Chorfenster den Heiligen Martin, wahrscheinlich auch die beiden seitlichen Chorfenster. Vor der Kirche ist ein alter Stein der über einer Inschrift zur Historie der Kirche die Mantelteilung zeigt. Archäologische Ausgrabungen haben ergeben, dass die ursprüngliche Martinskirche größer war. Der ursprüngliche Grundriss ist im Rasen nachgebildet.

Hier besteht jetzt die noch zu klärende Frage, ob statt der modernen Martinuskirche in Traun nicht die älteste Kirche St. Martin bei der Tour berücksichtigt werden soll.

Liebe Interessierte vom Martinusblog – wir verabschieden uns nun voraussichtlich bis 15.9.2014. Dann möchten wir die Tour wieder beginnen, wo wir jetzt, acht Tage früher wie geplant unterbrechen. Danke für die vielen interessanten und sehr wohlwollenden Einträge!

Eugen Engler und Werner Redies

Zum Heiligen Martinus (6)

Um die Bedeutung des Heiligen Martinus und seine weite Verehrung zu verstehen, muss man sein Verhältnis zu den Kaisern in den Blick nehmen, was Sulpicius Severus getan hat. Er erwähnt drei Begegnungen, die erste mit Julian, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern vom Christentum nichts wissen wollte.
In seiner Herrschaftszeit will und nimmt Martin schließlich Abschied vom Heer, doch der Kaiser willigt nicht ein und bezeichnet ihn als feige, denn es stand der Kampf mit einem gegnerischen Heer bevor. Martin wollte sich jedoch durch die Bezahlung eines neuen Soldes, wie das vor einem neuen Kampf üblich war, nicht weiter in Pflicht nehmen lassen und lehnte diesen ab. Der Feigheit ließ Martin sich jedoch nicht bezichtigen, vielmehr bot er dem Kaiser an, dem feindlichen Heer ohne Waffen entgegenzutreten. Darauf ging der Kaiser ein, ließ ihn jedoch bis zum nächsten Tag, da der Kampf sein sollte in Ketten legen. Das feindliche Heer zog sich eben in dieser Nacht zurück und so war Martin frei.

Die zweite kaiserliche Begegnung ist in Trier mit Kaiser Valentinian, an dessen Tafel. Bischof Martin wurde der große Becher, aus dem gemeinsam getrunken wurde gereicht. Er gab diesen nicht, wie es Brauch war, zunächst an den Kaiser weiter,
sondern reichte diesen seinem Diener, eben ganz im Sinne des Evangeliums, die Geringen schätzend.

Der kaiserliche Usurpator,Magnus Maximus, ließ fünf der häretischen Priszillaner hinrichten. Martin versuchte dies beim Kaiser zu verhindern. Es gelang ihm jedoch nicht, doch er brach die Beziehung zu diesem ab und auch zu den bischöflichen Mitbrüdern, die diese Hinrichtung unterstützt hatten.

In allen drei Erwähnungen von Sulpcius zeigt Martin Distanz zu den Kaisern und zugleich, dass er dem Befolgen des Evangeliums immer wieder Priorität gibt.

Martin hat, wie früher dargelegt, nach einiger Zeit und das schweren Herzens, die Beziehung zu den besagten Bischöfen wieder aufgenommen. Martin, der Asket und Heiler, war kein Mann der der Welt floh, sondern er hat Gemeinschaft mit der Gesellschaft seiner Zeit gehalten. Martin wusste sich gesandt zu den Menschen. Er hat nicht asketisch um seiner selbst Willen gelebt, vielmehr um Christus zu dienen und dessen Auftrag gerecht zu werden. Gregor von Tours schreibt diesbezüglich zwei Jahrhunderte später: „… als der Heilige Martin in Gallien zu predigen begann, hat er den Völkern durch viele Wunder Christus, den Sohn Gottes, als wahren Gott erwiesen und den Unglauben der Heiden zum Guten gewendet und Gregor schreibt weiter: „Tempel (hat er) zerstört, Irrlehren unterdrückt, Kirchen erbaut und nach vielen Wundern sogar drei Tote zum Leben erweckt.“
Martin ist entschieden gegen den Aberglauben vorgegangen, so als er die Menschen einer Siedlung zwang einen Baum zu Fällen, oder an einem anderen Ort einen Tempel zu zerstören. Beide Male bringt er sich mit seiner ganzen Existenz ein, muss in der Fallrichtung des Baumes stehen, nur so sind die Menschen bereit, diesen von ihnen als göttlich verehrten Baum zu fällen. Der Baum fällt jedoch nicht auf Martin. Ähnlich bei dem Tempel, den er anzünden lässt und das Feuer auf ein benachbartes Gebäude übergreift. Martin begibt sich in die Flammen dieses Gebäudes und verhindert durch seinen Hauch, dass dieses zu brennen beginnt. In diesen beiden Legenden die Sulpicius berichtet, wird deutlich, Martin weiß, es ist nicht seine Kraft, doch die des Geistes Gottes.
Obgleich wir uns heute mit dem Phänomen der charismatischen Wunderkraft schwer tun, bei Martin kann man das nicht übergehen, denn mehre profane Chroniken berichten: Bischof Martin habe sich durch seine apostolischen Wundertaten hervorgetan. Seine Wundertaten und sein Apostolat werden in engem Zusammenhang gesehen. Martin muss ein Mensch gewesen sein, der sich von Gottes Geist führen ließ, gerade dann, wenn er sich mit den Menschen seiner Zeit auseinandersetzte.
Wahrhaftig solcher Menschenbedarf die Welt und auch Europa, um den Weg zu finden, der der wahre, richtige, den Frieden und die Gerechtigkeit schenkende ist.